Robo Advisor: Vergleich, Anbieter, Rendite & Empfehlungen | 10/2021

Digitale Helfer für die Geldanlage

Seit 2014 gibt es die sogenannten Robo-Advisor, die eine günstige Geldanlage nach festen Regeln vermarkten. Mittlerweile bieten über 30 Robo-Advisor auf dem deutschen Markt ihre Dienste an. Wie diese digitalen Anlagehelfer funktionieren und was sie dem Kunden bringen, erklären wir in diesem Artikel.

Aktualisiert am 27.09.2021

Das ist ein Robo-Advisor

Robo Advisor sind Computerprogramme, die Anleger vollautomatisch beraten, wie sie ihr Geld investieren sollen.

Ein Robo-Advisor ist ein zumeist junges Unternehmen, das das Geld von Kunden mithilfe einer Software in Wertpapieren (wie Indexfonds, ETFs) anlegt. Diese digitalen Anlagehelfer schlagen Kunden ein Wertpapier-Portfolio vor, eröffnen und verwalten das Wertpapierdepot und kaufen und verkaufen die Wertpapiere für den Kunden.

Kurzum: Robo-Advisor bieten einfachen, transparenten und kostengünstigen Zugang zum Kapitalmarkt. Dieser Service ist natürlich nicht umsonst. Bei einem guten Anbieter liegen die Gesamtkosten unter einem Prozent der Anlagesumme pro Jahr. Generell sind Robo-Advisor für Anleger gedacht, die sich nicht selbst um ihre Geldanlage kümmern wollen.

So läuft eine Kontoeröffnung ab

Bevor der Kunde dem Robo-Advisor Geld übertragen kann, muss er Fragen zum finanziellen Hintergrund und zur Risikofreude beantworten.

Im ersten Schritt wird der Risikotyp bestimmt. Dafür müssen Anleger zumeist einen mehrteiligen Fragebogen ausfüllen, wo unter anderem Angaben zum Vermögen gemacht werden müssen. Zudem wird abgefragt, wie hoch zwischenzeitliche Verluste ausfallen dürfen.

Im nächsten Schritt werden Anlageklassen ausgesucht. Aus dem Risikotyp leitet der Robo-Advisor ab, auf welche Anlageklassen sie das Kundengeld aufteilen. Zu Anlageklassen zählen zum Beispiel Aktien, Anleihen, Rohstoffe oder Immobilien. Dabei gilt: Kunden, die mehr Verlustrisiko einzugehen bereit sind, erhalten in der Regel ein Portfolio, das zum Großteil aus Aktienfonds besteht. Wer weniger risikofreudig ist, bekommt mehr Anleihen dazu.

Zum Schluss kommt noch die technische Umsetzung. Stimmt der Kunde der Aufteilung seines Geldes auf die Anlageklassen zu, setzt der Robo-Advisor das Portfolio technisch für Sparer um. Das heißt: Die Anlagenhelfer eröffnen ein Depot für den Kunden, suchen günstige Aktienfonds (ETFs) heraus und kaufen und verkaufen diese. Bei ETFs handelt es sich um Fonds, die Aktien und Anleiheindizes sowie teilweise Rohstoff- und Immobilienindizes einfach nachbauen.

Um die Anmeldung abzuschließen, muss sich der Kunde legitimieren. Das funktioniert entweder über den klassischen Weg in der Postfiliale (Post-Ident) oder per online Video-Ident. Zwischen der Registrierung und dem Zeitpunkt, an dem der Kunde sein Geld tatsächlich investieren kann, liegen in der Regel nur wenige Tage.

Um nach erfolgreicher Registrierung Geld anzulegen, überweisen Anleger den gewünschten Betrag von einem festgelegten Girokonto (Referenzkonto) auf das Verrechnungskonto des digitalen Anlagehelfers. Alternativ können Kunden auch ein Lastschriftmandat erteilen. Der Robo-Advisor bucht dann den gewünschten Anlagebetrag vom Referenzkonto ab.

White-Label-Kooperationen als neuer Trend im Bankengeschäft

Mit einem Robo-Advisor können insbesondere technisch affine Kunden gewonnen werden, die bisher eine klassische Anlageberatung in der Filiale abgelehnt haben. Da es für Banken aber schwierig, teuer und zeitintensiv ist, die notwendige Technologie selbst zu bauen, gehen sie sogenannte White-Label-Kooperationen ein. Das heißt: Start-ups stellen Banken ihre Technologie zur Verfügung, halten sich bei der Kundenbetreuung aber im Hintergrund.

Daran erkenn Sie einen guten Robo-Advisor

Robo-Advisor sprießen mittlerweile wie Pilze aus dem Boden. Da wird es für viele Anleger immer schwieriger, einen guten Anlagehelfer zu erkennen. Fünf Kriterien spielen dabei eine wichtige Rolle:

Benutzerfreundlichkeit

Ein guter Robo-Advisor bereitet die Komplexität des Marktgeschehens übersichtlich auf und nimmt den Kunden eine Vielzahl zeitintensiver Arbeiten ab.

Individualisierbare Strategie

Ein guter Robo-Advisor unterbreitet seinen Kunden ein individualisierbares Angebot und hilft dabei, die für den Kunden passende Anlagestrategie zu finden. Im Idealfall bietet der Advisor den Kunden auch die Möglichkeit, verschiedene Strategien in seinem Portfolio zu kombinieren – beispielsweise eine offensive Strategie mit hohem Aktienanteil mit einer defensiveren, die verstärkt auf Anleihen setzt.

Produktqualität

Ein guter Robo-Advisor hält zwei wichtige Kriterien ein: Zum einen ein regelmäßiges Rebalancing, zum anderen die proaktive Überprüfung der Anlageprodukte. Rebalancing stellt sicher, dass die Anlagestrategie immer wieder auf die Wünsche des Kunden abgestimmt wird. Zudem sollte der Robo-Advisor die Produktentwicklungen am Markt genau verfolgen und gegebenenfalls proaktiv auf den Kunden zugehen, wenn es sich lohnt, einzelne Fonds auszutauschen.

Passive Anlagestrategie

Ein guter Robo-Advisor will kostengünstig und transparent investieren. Dazu passt eine Anlagestrategie, die sich auf eine Kombination passiver Produkte stützt. Börsennotierte Indexfonds (ETFs) bilden den Markt auf passive Weise ab. Solch ein Ansatz erbringt oftmals langfristig nicht nur bessere Renditen, er senkt auch den Verwaltungsaufwand. Kombiniert ein Rob-Advisor mehrere ETFs, kann die Anlagestrategie über verschiedene Anlageklassen und Märkte diversifiziert und zugleich an die Bedürfnisse des Kunden angepasst werden – vor allem hinsichtlich Risikobereitschaft und Renditeerwartung.

Sicherheit

Ein guter Robo-Advisor sollte den höchsten Ansprüchen an Datensicherheit genügen. Das gilt sowohl für die Kommunikation mit dem Kunden als auch für die IT-Infrastruktur im Hintergrund. Letztere sollte sich optimaler Weise auf deutschen Servern befinden.

Die besten Robo-Advisor im Check

Quelle: Quirion

Der digitale Vermögensverwalter Quirion wurde 2021 erneut als bester Robo-Advisor von der Stiftung Warentest ausgezeichnet. Im aktuellen Vergleich von 25 digitalen Vermögensverwaltern erzielte Quirion das beste Ergebnis und wurde von den Warentestern zum Testsieger gekürt. Der Robo-Advisor wiederholte damit in der Kategorie “Geldanlage von 40.000 Euro” den Erfolg von 2018. Die Stiftung Warentest hatte für die Juli-Ausgabe ihrer Zeitschrift Finanztest zum zweiten Mal digitale Vermögensverwalter unter die Lupe genommen.

Qirion

Quelle: Quirion

Quirion ist der Robo-Advisor der Quirin Privatbank AG und war einer der ersten digitalen Vermögensverwalter auf dem deutschen Markt. Quirion-Kunden können sowohl mit einer Einmalanlage investieren als auch in einem Sparplan Geld anlegen. Außer­dem kann man bei diesem An­bieter zwischen einem Basis- und einem Comfort-Paket wäh­len, wo­durch Sie auch eine indi­viduelle Be­ratung erhalten können. Der Robo-Advisor Quirion hat die Mindestanlage im Regular-Paket auf 500 Euro gesenkt – ab 0,48 Prozent pro Jahr. Die Mindesteinlagesumme sinkt im Regular- und Comfort-Paket sogar auf 0 Euro, wenn der Kunde gleichzeitig einen Sparplan eröffnet.

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Ginmon

Quelle: Ginmon

Der digitale Vermögensverwalter Ginmon wurde 2014 in Frankfurt am Main gegründet und gehört zu den erfahrensten Anbietern in Deutschland. Hinter Ginmon steckt die Idee, professionelle Investment-Strategien auch für private Investoren zugänglich zu machen – und zwar auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse. Ginmon bietet langfristige Anlagestrategien, wobei der Robo-Advisor aktiv in das Portfolio der Kunden eingreift und dieses managt. Investiert wird in Aktien, Anleihen, Rohstoffe und Währungen. Kunden können bei Ginmon ein Depot eröffnen ab einer Mindesteinlage von 1.000 Euro in Kombination mit einem Sparplan in Höhe von 50 Euro oder einer Einmalanlage von 5.000 Euro.

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Estably

Quelle: Estably

Estably ist der Robo-Advisor der liechtensteinischen Früh und Partner Vermögensverwaltung, die ein Kundenvermögen von rund 1,9 Milliarden Schweizer Franken betreut. Estably ist seit kurzem auch in Deutschland, Österreich sowie in acht weiteren europäischen Ländern aktiv. Die Portfolios von Estably bestehen größtenteils aus Aktien und Anleihen sowie in seltenen Fällen aus aktiven Fonds. Kunden können bei Estably ab einer Summe von 35.000 Euro investieren. Ein automatischer Sparplan kann nicht eingerichtet werden, sie können aber monatlich selbst Geld in das Portfolio einzahlen. Die Mindestrate liegt hier bei 250 Euro.

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LIQID

Quelle: LIQID

LIQID ist ein Finanzunternehmen aus Berlin, das Vermögensverwaltung mithilfe eines Robo-Advisors anbietet. Die Depots werden dabei von der Deutschen Bank verwaltet. LIQID bietet verschiedene Finanzangebote an: Liqid Cash, Real Estate, Wealth, Private Equity und jetzt neu Liqid Impact für nachhaltige Geldanlagen. In den großen Robo-Advisor-Tests 2020 hat LIQID ausgezeichnet abgeschnitten: Im Robo-Advisor-Test 2020 des Fachmagazins Capital belegte man den ersten Platz. Und auch im anschließenden Robo-Advisor-Test der Fachredaktion Euro wurde der Robo-Advisor mit "gut" bewertet.

Hinsichtlich der Invest-Strategien kann man bei LIQID zwischen 10 Risikoklassen wählen. Dabei setzt LIQID hauptsächlich auf ETFs und ETCs, aber auch aktive Fonds und Hedgefonds. Die LIQID-Plattform ist übersichtlich, das Gesamtangebot umfangreichen. Bei LIQID werden sowohl aktive als auch passive Strategien angeboten. Der Mindestanlagebetrag ist jedoch relativ hoch und liegt bei 100.000 Euro.

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Scalable Capital

Quelle: Scalable Capital

Das 2014 als digitale Vermögensverwaltung gegründete Unternehmen Scalable Capital mit Sitz in München bietet sowohl ein Broker-Angebot als auch einen Robo-Advisor an. Scalable Capital erstellt ein global diversifiziertes, auf die persönliche Risikoneigung des Kunden zugeschnittenes ETF-Portfolio. Der digitale Vermögensverwalter nutzt zur Umsetzung der Anlagestrategie diverse Anlageklassen, inklusive Gold, wenn gewünscht. Dabei werden ausschließlich ETFs eingesetzt. Die Mindestanlage beim Robo-Advisor von Scalable Capital beträgt 10.000 Euro, ein Sparplan ist ab 50 Euro möglich.

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Visualvest

Quelle: Visualvest

Der Robo-Advisor Visualvest sitzt in Frankfurt am Main und ist eine Tochter der Union Investment. Visualvest macht Angebote für die persönliche Altersvorsorge sowie das Sparen für Kinder. Über die Online-Plattform können Privatanleger ihr Geld wahlweise in VestFolios oder GreenFolios anlegen. VestFolios bestehen aus bis zu neun weltweit gestreuten Investmentfonds, darunter passive Indexfonds (ETFs) oder aktive Investmentfonds. GreenFolios bestehen aus bis zu acht aktiv gemanagten Fonds, die ihren Fokus auf Nachhaltigkeit legen.

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Risiko von digitalen Anlagehelfern

Ganz risikolos sind auch Robo-Advisor nicht. Einen Schutz vor Kursverlusten und sonstigen Anlagerisiken gibt es auch beim digitalen Anlagehelfer nicht. Sinken die Börsenkurse oder steigen die Zinsen deutlich an, schlägt sich das bei Aktien und Anleihen auch im Depot nieder.

Aber: Die Robo-Advisor haften dafür, dass die empfohlenen Wertpapiere zu den persönlichen Verhältnissen und den Anlagezielen des Anlegers passen – vorausgesetzt der Kunde hat die Fragen zu diesen Themen richtig und vollständig beantwortet.

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