Corona-Barometer der Fintechs in Deutschland

Umfrage bestätigt positive Stimmung

Trotz, oder gerade wegen der Corona-Pandemie ist die Stimmung bei den deutschen Fintechs positiv: viele Unternehmen spüren kaum negative Auswirkungen auf ihre Jahresplanung, wie eine aktuelle Umfrage ermittelt hat. Die Mehrheit der Fintechs kann sogar von der Krise profitieren.

Befragung von Fintech-CEOs

Die Antworten von 56 Fintech-Chefs deuten darauf hin, dass man die Corona-Zeit wohl unbeschadet übersteht.

Das Finanzmagazin Finance Forward hat eine Umfrage unter den deutschen Fintech-Chefs durchgeführt. 56 Geschäftsführer von Digitalbanken, Banking-Apps, Anlage-Startups und Co. wurden zu Geschäftsentwicklung, Neueinstellungen und Fundraising in Zeiten der Corona-Pandemie befragt. Zu Beginn der Corona-Krise im März hatte Finance Forward bereits eine ähnliche Befragung durchgeführt. Damals vermuteten fast 43 Prozent der Fintech-Geschäftsführer, dass der Umsatz ihres Unternehmens in den folgenden drei Monaten steigen würde.

Keine Gefährdung durch Corona-Krise

Bei der erneuten Befragung sind sich fast alle sicher, dass positives Wachstum weiter möglich sein wird: inzwischen prognostizieren 89,3 Prozent der deutschen Fintechs, dass der Umsatz in den nächsten Monaten wachsen wird. 81,5 Prozent der Fintechs gehen sogar davon aus, dass ihr Geschäft von der Corona-Krise profitieren werde. So glauben etwa die Betreiber von Banking-Apps, dass sich die Bankkunden nach der Krise noch stärker von Filialen abwenden werden.

Die Corona-Krise stellt für die deutschen Fintechs also keine Gefährdung dar. 30,4 Prozent der Befragten müssen ihre Jahresplanung nicht anpassen und erwirtschaften wie geplant mehr Umsatz. 20 Prozent sagen weniger Umsatz als geplant voraus, aber dennoch mehr als im Vorjahr. 19,6 Prozent erwarten sogar mehr Umsatz als geplant. Eine Stagnation verzeichnen nur 4 Prozent der befragten Fintech-Chefs, einen Umsatzrückgang 5,4 Prozent.

Positiver Ausblick auch in der Personalplanung

Auch bei der Personalplanung ist der Ausblick für die Zukunft positiv: 78,6 Prozent der deutschen Fintechs haben seit März sogar neue Mitarbeiter eingestellt. In den kommenden sechs Monaten planen fast alle befragten Unternehmen Neueinstellungen.

Nicht ganz so optimistisch dürfte die Stimmung bei einigen Angestellten sein, immerhin hatten mehrere Fintechs Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. Wie Finance Forward berichtet, hatten N26, Check24, Finleap, Sumup, Joonko und die Crowdinvesting-Plattform Exporo Kurzarbeit angemeldet. In der Umfrage gaben allerdings 76,8 Prozent der Unternehmen an, keine Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt zu haben. 3,6 Prozent prüften die Option, 19,6 Prozent bejahten die Frage nach Kurzarbeit.

Ausreichend mit Kapital versorgt

Die Kapitalausstattung der deutschen Fintechs ist weiterhin gut: 69,1 Prozent der Befragten sagten aus, die Ressourcen reichten länger als zwölf Monate. 25,5 Prozent sind nach eigenen Angaben für sechs bis zwölf Monate versorgt. Lediglich 5,5 Prozent glauben, dass ihre Kapitalausstattung für weniger als sechs Monate reichen werde. Ende März 2020 hatten noch zwölf Prozent diese Befürchtung geäußert. Mittlerweile haben sich die Unternehmen offenbar mit Sparmaßnahmen auf die neue Situation eingestellt.

Keine Veränderung gibt es in Bezug auf Wagniskapital: wie bei der ersten Befragung im März befindet sich eine Hälfte der Fintechs auf der Suche nach neuen Geldgebern (45,5 Prozent), die andere Hälfte nicht (54,6 Prozent). Trotz der Krise gibt es weiterhin große Finanzierungsrunden, siehe etwa N26, das im Mai 100 Millionen Dollar einsammelte. Von einer sinkenden Unternehmensbewertung bei der nächsten Finanzierungsrunde gehen nur 7,1 Prozent der Befragten aus.

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