Wie hoch ist der Anteil an US-Aktion in deutschen Depots?
Quelle: Shutterstock.com
Am 4. Juli feierten die USA den 250. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit. Verglichen mit europäischen Nationen sind die USA ein noch junges Land. Ihre politische und vor allem ökonomische Bedeutung ist dennoch enorm. Die USA sind laut Internationalem Währungsfonds (IWF) die größte Volkswirtschaft der Welt. Das spiegelt sich auch an der Börse wider. Die Marktkapitalisierung der US-Unternehmen stellt die anderer Länder deutlich in den Schatten. Allein der Börsenwert des E-Commerce-Konzerns Amazon übertrifft den kumulierten Wert aller 40 Unternehmen im deutschen Leitindex Dax. US-Werte stehen daher auch bei deutschen Anlegern hoch im Kurs. Wie weit verbreitet sie sind, hat die Consorsbank anlässlich des Jubiläums in den USA untersucht.
In einer anonymen Analyse wurde ausgewertet, welchen Anteil die Aktien aus den beiden US-Börsen-Indizes Dow 30 und Nasdaq 100 in den Depots der Consorsbank-Kunden ausmachen und welche Rolle sie bei den Käufen und Verkäufen in den zurückliegenden zwölf Monaten (16. Juni 2025 bis 15. Juni 2026) spielten. Berücksichtigt wurden dabei nur Unternehmen aus den Indizes, deren Hauptsitz auch tatsächlich in den USA liegt. So wurden Unternehmen wie Shopify (ISIN CA82509L1076), das zwar im Nasdaq 100 gelistet aber in Kanada zuhause ist, nicht berücksichtigt.
US-Aktien sind mit Abstand die beliebtesten Auslandstitel deutscher Anleger
In 39,9 Prozent aller Consorsbank-Depots, die Aktien enthalten, findet sich mindestens ein Wert aus Dow und Nasdaq. Nimmt man alle Depots als Grundlage, in denen sich grundsätzlich Wertpapiere befinden – also auch solche, in denen zum Beispiel nur Exchange Traded Funds (ETFs) und Fonds liegen – liegt in immerhin in 28 Prozent der Depots mindestens eine US-Aktie.
Betrachtet man den Wert aller untersuchten US-Aktien an den Depotbeständen und am Handelsumsatz, fallen die Anteile etwas geringer aus, sind aber dennoch beachtlich. Vom gesamten Bestandsvolumen an Aktien entfielen zum Stichtag 15. Juni rund 27 Prozent auf amerikanische Werte. Bei den Kaufumsätzen mit Aktien betrug der Anteil in den zurückliegenden zwölf Monaten rund 18 Prozent, bei den Verkäufen waren es etwas mehr als 19 Prozent. Der leichte Überhang bei den Verkäufen könnte auf die guten Kursentwicklungen vor allem bei US-Tech-Aktien in den zurückliegenden Monaten zurückzuführen sein. Vermutlich haben hier viele Anleger Gewinne mitgenommen.
Tech-Werte dominieren die Hitlisten
Am weitesten verbreitet bei den Kunden ist unter den amerikanischen Titeln Microsoft, gefolgt von Nvidia, Apple und Amazon. Die vier Unternehmen schaffen es auch in die Top-10-Rangliste der unabhängig vom Herkunftsland am weitesten verbreiteten Aktien. Unangefochtener Spitzenreiter ist hier bei den Kunden immer noch die Aktie der Deutschen Telekom, vor Allianz, SAP und BASF.
Aktien mit dem höchsten Bestandsvolumen
Auch die Rangliste der Aktien mit dem höchsten Bestandsvolumen führen auf der US-Seite Microsoft, Nvidia, Apple und Amazon an – allerdings in veränderter Reihenfolge. Hier hat Apple die Nase vorne. Der Wert der Aktien des iPhone-Konzerns in den Depots der Consorsbank-Kunden übersteigt den von Microsoft und Amazon jeweils um mehr als das Doppelte. Spitzenreiter im Bestandwert-Ranking war zum Betrachtungsstichtag die Allianz.
Top-Aktien nach Kauf- und Verkaufsumsatz
In der Kauf- und Verkaufsrangliste steht der Chip-Konzern Nvidia vorne – vor dem Speichertechnologie-Spezialisten Micron Technology. Dahinter reihen sich wieder die alten Bekannten Microsoft und Amazon ein. Spitzenreiter bei den Käufen und Verkäufen war im Untersuchungszeitraum Rheinmetall. Die Umsätze mit der Aktie des deutschen Rüstungsunternehmens sowohl bei den Käufen wie bei den Verkäufen übertrafen im Untersuchungszeitraum die mit der Nvidia-Aktie um mehr als das Doppelte.
Auffällig in allen Ranglisten ist die starke Technologie-Lastigkeit bei den US-Werten. Auch abseits der Spitzengruppe von Nvidia, Microsoft & Co. tummeln sich Unternehmen, die ihr Geld mit Software, Hardware oder digitalen Dienstleistungen verdienen. Konsumwerte sind rar. Nur in den Top-20 der am weitesten verbreiteten Aktien finden sich mehrere Aktien wie Coca-Cola, Procter & Gamble oder McDonald’s. Sie sind noch eine Art Echo aus der Zeit, als die Technologie-Branche die US-Wirtschaft noch nicht so dominierte wie heute. Dass Anleger ihnen weiter die Treue halten, liegt möglicherweise an den Dividenden, die die Unternehmen ausschütten. Die Kursentwicklung der drei genannten Aktien ist in den vergangenen Jahren jedenfalls weit entfernt von denen der großen Tech-Werte.
SpaceX ist noch nicht sichtbar in den Top-20
Wo rangiert das jüngste Mitglied der Tech-Börsenfamilie, der Raumfahrt-, Telekommunikations- und KI-Konzern SpaceX? Nach dem größten Börsengang der Geschichte – gemessen am IPO-Erlös – am 12. Juni findet die Aktie gerade erst noch den Weg in die Depots der Consorsbank-Kunden. In der Rangliste, der am weitesten verbreiteten Aktien belegt sie zum Stichtag 15. Juni aber bereits Platz 160 unter allen Aktien und Platz 35 bei den US-Werten – auch wenn sie noch nicht in Dow oder Nasdaq aufgenommen wurde.
Beim Depotvolumen landet SpaceX unterdessen noch weiter hinten auf Platz 286 unter allen Aktien und Platz 59 bei den US-Aktien. Bei den Kaufumsätzen findet sich das Unternehmen trotz der erst kurzen Zeit an der Börse schon auf Platz 141 im Gesamtranking und Platz 32 im US-Ranking für die zurückliegenden zwölf Monate. Bei den Verkäufen ist sie verständlicherweise noch weiter hinten zu finden – auf Platz 390 unter allen Aktien und Platz 62 bei den US-Aktien. Es ist davon auszugehen, dass viele Anleger erstmal die Entwicklung abwarten möchten und nicht nur schnelle Gewinne einstreichen wollten.