Die Deutschen und das Mobile Payment

Nach Startschwierigkeiten wächst die Akzeptanz – wenn auch langsam

Bargeldloses und kontaktloses Bezahlen mit dem Smartphone ist schon lange keine Utopie mehr – zumindest in Ländern wie China, den USA, Estland oder Schweden. In Deutschland sah das lange etwas anders aus. Hier schien eine regelreche Mobile Payment Verdrossenheit zu herrschen. Doch die Akzeptanz wächst. Hier eine Bestandsaufnahme.

Deutsche können sich mobiles Bezahlen immer mehr vorstellen

Über 25 Prozent der Deutschen bevorzugen mobiles Bezahlen.

Das kontaktlose Bezahlen via Smartphone oder Kreditkarte ist hierzulande bereits in vielen Supermärkten, Tankstellen und anderen großen Geschäften möglich. In der Praxis wurde diese Art des Bezahlens von den Deutschen lange verschmäht. Doch Zeiten und Einstellungen ändern sich.

Laut des Mobile Payment Reports 2019 bezahlen in Deutschland immerhin schon 25 Prozent mobil via Smartphone oder Kreditkarte. Besonders hoch ist die Akzeptanz bei den unter 30-Jährigen. Hier setzen bereits 46 Prozent auf Mobile Payment. Zudem sagen sieben von zehn Deutschen unter 40, dass sie in den nächsten fünf Jahren ein Mobile-Payment-System nutzen werden.  

Bedenken gegenüber Sicherheit bleiben

Laut des Reports wird Mobile Payment vor allem für das Bezahlen in Kleidungsgeschäften und Supermärkten genutzt. Aber auch in Hotels findet die Zahlungsmethode immer mehr Zustimmung. Die Vorteile von Mobile Payment sind laut des Reports das unkomplizierte Bezahlen (59 Prozent), gefolgt davon, dass man jederzeit seine Geldbewegungen checken kann (55 Prozent) und man nicht mehr darauf achten muss, ob man genug Bargeld dabei hat (47 Prozent).

Aber: Die Skepsis der Deutschen bleibt weiterhin. 77 Prozent der Befragten gaben an, sich darüber zu sorgen, dass sensible Daten beim Mobile Payment gestohlen werden. 74 Prozent befürchten, dass ihre Identität gestohlen werden könnte und 69 Prozent zeigen sich besorgt darüber, dass man durch das Mobile Payment schneller mehr Geld ausgibt.

Deutschland in Studien weiterhin Schlusslicht

Im internationalen Vergleich ist Deutschland weiterhin das Schlusslicht bei der Nutzung von Mobile Payment. Lediglich die Franzosen zahlen weniger mobil als wir. Platz 1 belegt laut einer Statista-Prognose China mit über 500 Millionen Nutzern. Es folgen die USA mit 29 Millionen Nutzern, Brasilien mit 16,8 Millionen Nutzern und Japan mit 5,7 Millionen Nutzern. Deutschland zählt für das Jahr 2019 etwa 2,1 Millionen Nutzer und Frankreich 1,5 Millionen.

Bleibt die Frage, warum die Situation in Deutschland so anders ist als in vielen anderen Ländern? Zum einen sind da die strengen Datenschutzbestimmungen sowie das Bedürfnis nach hohem Datenschutz von Seiten der Bürger. Zum anderen gibt es bisher keine flächendeckende Lösung, sondern viele unterschiedliche, die für bestimmte Geschäfte gelten (Google Pay, Apple Pay, Payback Pay, etc.). Da sich der Deutsche aber keine 20 Mobile Payment Apps auf sein Smartphone laden möchte, um in jedem Geschäft mit der geforderten Technik kontaktlos bezahlen zu können, lässt er es gleich ganz bleiben.

Hinzu kommt, dass der Deutsche gerne an Altbewährtem festhält. Warum soll er mit dem Smartphone bezahlen, wenn er auch bequem mit der Geldkarte oder bar bezahlen kann? In keinem Land wird die Zahlung per Bargeld so bevorzugt wie in Deutschland. Das zeigt auch der Mobile Payment Report 2019. Dort gaben ganze 98 Prozent an, fest daran zu glauben, dass es in fünf Jahren noch immer Bargeld geben wird. Diese Einstellung kann sich nur ändern, wenn das mobile Bezahlen mit einem Mehrwert verknüpft wird.

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