Ehemals größtes deutsches Fintech Monedo meldet Insolvenz an

Aus für den Kreditech-Nachfolger und 300 Mitarbeiter weltweit

Das Hamburger Fintech Monedo (früher Kreditech) ist insolvent. Das teilte die begleitende Kanzlei Brinkmann & Partner mit. 300 Mitarbeiter weltweit müssen nun um ihren Arbeitsplatz bangen.

Kreditech startete mit erfolgsversprechendem Konzept

Quelle: facebook.com/monedoholding

Monedo hat Insolvenz angemeldet. Betroffen davon sind weltweit 300 Mitarbeiter, 100 davon arbeiten im Hamburger Fintech-Hauptsitz. Das Geschäft des Fintechs, das Raten- und Mikrokredite für Konsumenten in Polen, Spanien, Russland und Indien anbietet, soll trotz allem weitergeführt werden. „Ich habe bereits Gespräche mit möglichen Finanzierern gestartet. Es ist mein Ziel, den Investorenprozess zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen“, erklärt Insolvenzverwalter Christoph Morgen gegenüber dem „Manager Magazin“.

Monedo zählte lange zu den erfolgversprechendsten Fintechs in Deutschland. Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 2012 unter dem Namen Kreditech. Der Fokus lag damals auf der Privatkundenkredit-Vergabe in Schwellen- und Entwicklungsländern. Unterstützt wurde das Fintech dabei von zahlreichen namhaften Investoren wie Peter Thiel, J.C.Flowers, Weltbank und Blumberg Capital Geld.

Kreditech scheitert an zu hohen Zinsen

Kritisiert wurde Kreditech oft für die horrenden Zinsen, die von Kunden mit niedriger Bonität verlangt wurden. 2017 musste das Fintech bereits Kredite über 49 Millionen Euro wertberichtigen – bei einem Umsatz von 71 Millionen Euro. 2018 folgte dann ein ähnliches Prozedere. Hier mussten Kredite in Höhe von rund 31 Millionen Euro wertberichtigt werden (bei einem Umsatz von 56 Millionen Euro).

Im selben Jahr verließ CFO René Griemens das Hamburger Fintech. Mitgründer Alexander Graubner-Müller stieg wenige Monate später ebenfalls aus. Der neue CEO David Chan und CFO Mariusz Dabrowski sollten die Geschäfte des Fintechs retten.

Monedo sollte neuen Schwung ins Unternehmen bringen – dann kam Corona

Dafür wurde der Name des Unternehmens im Frühjahr 2020 in Monedo geändert. Zudem wurde der Fokus neu ausgerichtet und auf Raten- und Mikrokredite gelegt. Dann kam die Coronakrise, die das angeschlagene Monedo deutlicher zu spüren bekam als die Konkurrenz. Polen und Spanien zählen zu den Hauptmärkten von Monedo. Dort kam es während der Krise zu besonders vielen Kreditausfällen. Dabei entstanden Verluste, die das Fintech nicht mehr stemmen konnte.

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