Online-Bezahlmethoden drängen langsam in den stationären Handel

EHI-Payment-Studien: Paypal und Co. laufen den deutschen Banken den Rang ab

Der Online-Handel boomt und legte allein im Vergleich zu 2019 um 14 Milliarden Euro zu. Bargeld-Zahlungen sind auf dem Rückzug und den Banken droht, die Zahlungshoheit an Payment-Anbieter wie Paypal zu verlieren. Dies geht aus den EHI-Payment-Studien hervor.

Bargeldzahlungen gehen langsam, aber kontinuierlich zurück

Der Anteil der Menschen, die Ihre Einkäufe bar zahlen, ist rückläufig – nicht nur durch Corona. - Quelle: Shutterstock.com

Das Bargeld war immer des Deutschen liebstes Bezahlmittel. Seit einiger Zeit gehen die Barzahlungen aber kontinuierlich zurück. Das hat nicht nur etwas mit Corona und den damit einhergehenden vermehrten Kartenzahlungen zu tun, sondern auch mit dem Online-Handel.

Laut der EHI-Payment-Studien legte der Online-Handel seit 2019 von 61 auf 75 Milliarden Euro zu, während der Umsatz im Einzelhandel von 445 auf 435 Milliarden Euro zurückging. Zwar ist die Barzahlung mit 40,9 Prozent noch immer eines der marktführenden Zahlungssysteme des stationären Einzelhandels. Es gab aber einen Rückgang von 5,6 Prozentpunkten gegenüber 2019, wohingegen Girocard-Zahlungen um 6,5 Prozentpunkte auf einen Anteil von 40,1 Prozent stiegen.

Deutsche Banken und Sparkassen hinken Visa und Mastercard hinterher

Quelle: EHI

Nimmt man den Online-Handel dazu, stehen Barzahlungen mit nur noch einem Drittel und Girocard-Zahlungen deutlich schlechter da. Anteilig besser geht es hier den Kreditkarten, die im stationären Handel einen Anteil von 8,5 Prozent ausmachen und online auf 11,8 Prozent kommen – Tendenz steigend. Hinzu kommt, dass Visa und Mastercard ihre Karten auf online-fähige Debitprodukte (Debit Mastercard und Visa Debit) umgestellt haben. Deutsche Banken und Sparkassen haben vergleichbare Angebote bisher nicht etablieren können. Dies soll sich aber bald ändern.

„Die Deutsche Kreditwirtschaft hat angekündigt, die Girocard im Verbund mit internationalen Partnern auch im europäischen Markt zu etablieren und zudem eine adäquate Position im E-Commerce zu erreichen. Das ist vermutlich die letzte Chance, den übermächtigen amerikanischen Schemes Paroli zu bieten“, sagt Horst Rüter, Zahlungsexperte beim EHI.

Paypal bietet beste Omnichannel-Fähigkeiten

Quelle: EHI

Auch Paypal arbeitet sich langsam nach oben. Vom Gesamtkuchen aus stationärem und Online-Handel sichert sich der Bezahldienst erst 3,7 Prozent. Beim Online-Handel ist Paypal aber nach der Rechnung/Überweisung die Nummer zwei. In kommenden Jahren wird erwartet, das Paypal seine Anteile ausbaut. Laut EHI-Panel halten 9 von 10 Handelsunternehmen Paypal für das System mit der besten Omnichannel-Fähigkeit, noch deutlich vor Visa und MasterCard. Bereits jetzt kann Paypal in einigen Mobilbezahlsystemen hinterlegt werden, womit sich der Dienst auch im stationären Handel etablieren kann.

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