Fintech-Konkurrenz für Finanzunternehmen kommt aus unerwarteter Richtung

Fintech-Konkurrenten kommen nicht aus dem Silicon Valley

Immer mehr Fintechs erobern den Markt – oder sie versuchen es zumindest. Die großen Angstgegner sind dabei Facebook, Google oder Amazon, die immer mehr auf den Finanzmarkt drängen. Doch laut einer Studie kommt die wirkliche Konkurrenz aus einer ganz anderen Richtung.

Die Telekom-Branche läuft der Finanzbranche davon

Die Banken werden von innovativen Fintechs und umtriebigen Telkokonzernen in die Zange genommen.

Banken werden immer mehr zu Technologieunternehmen. 48 Prozent aller Finanzkonzerne gaben an, Fintechs in ihre Strategie integriert zu haben. Dies ist ein Ergebnis einer PwC-Studie, bei der weltweit 248 Finanzkonzerne befragt wurden.

Dieselbe Frage stellte das Beratungsunternehmen auch 260 Unternehmen aus der Medien- und Telekommunikations-Branche. Die Antwort: 47 Prozent der befragten Firmen gaben an, dass Fintechs ebenfalls zum festen Teil ihres Geschäfts gehört. Das dürfte bei vielen Finanzinstituten gesessen haben. Hinzu kommt, dass die Telekommunikations-Unternehmen noch viel schneller bei der Umsetzung sind. Ganze 44 Prozent verkaufen bereits Produkte, die auf neuen Technologien basieren. Bei den Finanzunternehmen liegt der Wert mit 37 Prozent deutlich darunter.

Probleme für Facebook und Apple in der Schweiz

Das heißt für Banken und Co: Nicht (nur) Facebook, Google, Apple und Co. sind die große Konkurrenz, sondern auch Konzerne aus der Telekomsparte. Dieses Bild zeichnet sich unter anderem in der Schweiz ab. Dort wurde zuletzt an dem Launch der Facebook-Währung Libra gearbeitet. Die Arbeiten stocken aktuell aber, wegen der Skepsis der Regulatoren und Rückziehern namhafter Unterstützer.

Apple geht es da nicht anders. In der Schweiz kann der kalifornische Konzern mit seinem Bezahldienst Apple Pay einfach nicht richtig Fuß fassen. Die Schweizer scheinen diesbezüglich noch eher zurückhaltend.

Zusammen ist man stärker

Im Gegensatz dazu lanciert der einheimische Telekom-Konzern Swisscom in regelmäßigen Abständen Fintech-Initiativen, wie etwa  im Regtech-Bereich, dem Open-Banking oder der Blockchain-Finanz. Das Erfolgsrezept laut der PwC-Studienautoren: Swisscom arbeitet mit Finanzakteuren zusammen und kocht nicht – wie oftmals Apple, Facebook und Co. – sein eigenes Süppchen. So geben beispielsweise die Deutsche Börse und die Schweizer Kryptobank Sygnum zusammen mit Swisscom die Blockchain-Akie Daura heraus – mit Erfolg.

Laut der PwC-Studie ist es für Finanzakteure ratsam, den Anschluss zu Telekommunikationsfirmen zu suchen. Vom Geschäftsmodell her sei Fintech für Telekomfirmen „intuitiver“. Banken können hingegen damit punkten, die hohe Regulationsdichte verinnerlicht zu haben, die mit Finanz-Dienstleistungen einhergeht. So glaubt PwC, dass mit einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen Finanz- und Telekom-Branche viel zu gewinnen sei. Getreu nach dem Motto: Zusammen ist man immer stärker. Und das wiederum ist ein großer Vorteil gegenüber der Konkurrenz aus dem kalifornischen Silicon Valley.

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