Mobiles Banking in Asien: Super-Apps erobern den Markt

Sprachsteuerung als mögliche Option

Auf dem asiatischen Banking-Markt etablieren sich gerade sogenannte Super-Apps. Dabei handelt es sich um Anwendungen, die zahlreiche unterschiedliche Services in einer App zusammenfassen.

Finanzdienstleister 2.0

Der Super-App-Betreiber Grab bemüht sich bereits um eine Bank-Lizenz. - Quelle: Shutterstock.com

Startup-Unternehmen wie Go-Jek und Grab feiern gerade große Erfolge auf dem asiatischen Markt. Sie haben sogenannte Super-Apps entwickelt, mit denen Kunden Services und Güter bestellen und über ein eigenes mobiles Bezahlsystem die Kosten begleichen können. Der große Vorteil dieser Finanzdienstleister, die als Taxi-Vermittler angefangen haben: Sie haben sich bereits auf dem Markt etabliert und besitzen somit einen enormen Kundenstamm.

Hinzu kommt, dass sich asiatische Schwellenländer, wie Indien oder Indonesien, immer mehr als erste Adresse für mobile Bankgeschäfte etablieren. Der Grund: Viele Menschen leben in Regionen mit einem  dünnen Bankfilialnetz. Der Zugang zu Girokonten oder Kreditkarten ist somit beschränkt. Das ergibt eine große kontolose Kundengruppe für die neuen Mobile-Banking-Apps, die oftmals den einzigen Zugang zur Finanzbranche bieten.

Vom mobilen Taxi-Service zur Banking App

Das indonesische Startup Go-Jek vermittelte anfangs ausschließlich Motorradtaxis in der Hauptstadt Jakarta. Mittlerweile kann man über die App Essen, Putzservices oder Kurierdienste ordern. Bezahlt wird über den hauseigenen Bezahldienst Go-Pay. Dieser funktioniert wie eine Kreditkarte. Der Betrag kann so bis zum Monatsende beglichen werden.

Größter Konkurrent von Go-Jek ist der Taxi-App-Anbieter Grab. Grab hat 2018 die Geschäfte von Uber im südostasiatischen Raum übernommen. Mittlerweile bietet das Unternehmen zahlreiche Services an und bemüht sich laut Medienberichten sogar um eine Banklizenz in Singapur. Damit will Grab die eigenen Finanzangebote weiter ausbauen.

Zahlreiche Kooperationen und Investoren für Grab und Go-Jek

Mit dem südostasiatischen Raum sind Go-Jek und Grab in einem sehr starken Mobile-Banking-Markt aktiv. Laut dem „Global Digital 2019 Report“ erledigen in Thailand 74 Prozent der Internetnutzer ihre Bankgeschäfte via Smartphone. Damit ist Mobile Banking in Thailand so beliebt wie in keinem anderen Land. Aber auch in Malaysia, Singapur und Indonesien liegen die Nutzerquoten jenseits der 60 Prozent. Zum Vergleich: Der weltweite Durchschnitt beträgt 40 Prozent.

Die Apps von Go-Jek und Grab haben mittlerweile das Interesse der Finanzbranche geweckt. Grab konnte den japanischen Finanzdienstleister Credit Saison als Kooperationspartner gewinnen. Im Juni 2019 startete das Startup zudem eine Kreditkartenpartnerschaft mit Citigroup.

Go-Jek verzeichnet den Kreditkartenkonzern Visa und die Siam Commercial Bank als Investoren. Zudem bietet Go-Jek seit letztem Jahr mit Allianz Life Lebens- und Unfallversicherungen für Go-Jek-Fahrer an. Künftig sollen die Versicherungslösungen für eine größere Go-Jek-Nutzergruppe erweitert werden.

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