Numbrs: Unabhängige Banking-App

Numbrs-Gründer Martin Saidler erklärt das Geschäftsmodell

Numbrs ist eine Banking-App für das Smartphone, über die Kunden ihre Geschäfte abwickeln können. Im Interview mit der WirtschaftsWoche hat Numbrs-Chef Martin Saidler nun erklärt, was hinter dem Konzept steckt, welche Alleinstellungsmerkmale es gibt und wie es in puncto Sicherheit aussieht.

Alle Banken auf einer App auflisten lassen

Quelle: numbrs.com

Mit der Numbrs-App können sich Nutzer all ihre Konten bei verschiedenen Banken nebeneinander anzeigen lassen. Laut eigenen Angaben wurde die App mittlerweile zwei Millionen Mal heruntergeladen. Die Numbrs-Nutzer verwalten darüber insgesamt rund 1,5 Millionen Bankkonten.

Wichtig für Numbrs-Gründer Saidler ist die Abgrenzung zu einer Bank. „Wir sind keine Bank, sondern ein Technologieunternehmen mit einem reinen Softwareprodukt“, erklärt er im Interview mit der WirtschaftsWoche.

Hohe Ansprüche und Alleinstellungsmerkmale

Die eigenen Ansprüche an die App sind hoch. „Wir wollen die beste mobile Banking-App auf dem Markt sein“, so Saidler. Als großen Vorteil der App sieht Saidler, dass die Nutzer in einer App sämtliche Bankverbindungen aufrufen können. Das ist zwar kein Alleinstellungsmerkmal, aber die Bankenunabhängigkeit sei es schon.

„Wir sind ein neutraler Anbieter. Ich würde nicht wollen, dass eine Bank meine gesamten Kontodaten und Bewegungen kennt. So ein Einblick birgt Interessenkonflikte. Ich schätze, dass viele Kunden diese Funktion deshalb auch in den Apps der Banken nicht so oft benutzen“, gibt Saidler zu bedenken.

Punkten mit Zusatzfunktionen

Numbrs bietet zahlreiche Zusatzfunktionen an, wie zum Beispiel eine Analysefunktion mit modernster Machine-Learning-Technologie. Dabei wertet die App sämtliche Daten zu Ein- und Ausgaben von verschiedenen Konten vollautomatisch aus. Das mühsame Eintippen der Daten wird dem Nutzer somit erspart. Zudem werden Details erfasst, zum Beispiel bei welcher Fluggesellschaft der Nutzer einen Flug oder bei welchem Anbieter er eine Reise gebucht hat.

Die App integriert eine Art Store, über den die Nutzer Bankprodukte kaufen können. So kann der Nutzer beispielsweise ein neues Bankkonto eröffnen oder eine Kreditkarte beantragen. „Aktuell sind es 30 Banken und Versicherungen, die ihre Produkte bei Numbrs anbieten, darunter die Deutsche Bank, die Santander Bank, die Allianz oder Axa. Das ist unser Geschäftsmodell, damit verdienen wir Geld“, so Saidler.

Sicherheit wird GROß geschrieben

Die Sicherheit der Nutzer-Daten stehe für Numbrs stets im Fokus. „Wir haben in den vergangenen Jahren massiv in die Weiterentwicklung unserer Software investiert und haben mittlerweile rund 140 Mitarbeiter, fast alle Softwareentwickler, Designer oder Datenexperten. Davon ist kein einziger Banker. Unser Produkt ist nutzerfreundlich, neutral und sicher“, betonte der Numbrs-Chef im Interview.  

Numbrs habe keinen direkten Zugriff auf die Daten. Diese werden von den Banken pseudonymisiert und verschlüsselt. So weiß Numbrs zwar, dass der Kunde bei Aldi oder Lidl eingekauft hat, aber nicht wer es war. Der Name des Kunden ist also nicht ersichtlich.

Numbrs noch nicht profitabel

Numbrs beschäftigt 140 Mitarbeiter und hat große Pläne für die Zukunft. Bisher schreibt die App aber noch keine schwarzen Zahlen. Das werde laut Saidler auch noch einige Zeit so sein. Der App-Erfinder erklärt dazu: „Im Moment machen wir keinen Gewinn. Und sobald wir Gewinne machen, werden wir diese für Innovationen gleich wieder reinvestieren.“ Numbrs habe Glück, dass namhafte und geduldige Investoren wie Sir Ronald Cohen (Mitgründer von Apax Partners) oder der Staatsfonds aus Dubai, hinter dem Konzept stehen.

Es gäbe im Übrigen einen Weg, um auf einen Schlag profitabel zu werden: Den Verkauf an eine Bank. Doch das lehnt Saidler strikt ab. „Das kommt für uns nicht infrage! Ein Verkauf an eine Bank ergibt keinen Sinn, da wir damit unser auf Unabhängigkeit basierendes Geschäftsmodell aufgeben würden.“ Stattdessen wolle man den Markt jetzt wieder angreifen und sich auf das Wachstum konzentrieren.

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