Bekanntheitsgrad der EUDI-Wallet noch gering
Quelle: EUDI Wallet
IDnow, der Anbieter von Plattformen zur Identitätsverifizierung, hat eine neue Verbraucherstudie zur Bekanntheit der Europäischen Digitalen Identitäts-Wallet (EUDI) veröffentlicht. Die Untersuchung zeigt, dass die Hälfte der französischen und deutschen Verbraucher noch nie von der EUDI-Wallet gehört hat, obwohl deren Einführung in allen EU-Mitgliedstaaten für Dezember 2026 geplant ist.
Die Studie von Sapio Research in Frankreich und Deutschland fand heraus, dass 51 % der Befragten nicht wissen, was die EUDI-Wallet ist. Weitere 27 % kennen sie zwar, wissen aber nicht genau, wozu sie dient. Somit haben lediglich 20 % ein klares Verständnis von dem neuen System, das den Nachweis der Online-Identität für Millionen von Verbrauchern grundlegend verändern soll.
Mangelnde Bekanntheit = mangelndes Vertrauen
Die mangelnde Bekanntheit der EUDI-Wallet ist jedoch nur ein Teil der Erklärung. Bei Verbrauchern beider Märkte hat das Wissen um das System einen erheblichen Einfluss auf ihr Vertrauen: Wer damit vertraut ist, glaubt mehr als doppelt so häufig an eine sichere und effektive Einführung durch die Regierung. So vertrauen beispielsweise 75 % der informierten Verbraucher einer erfolgreichen Einführung – im Vergleich zu nur 33 % derjenigen, die noch nie davon gehört haben. Die Schlussfolgerung ist klar: DIE EUDI Wallet bekannter zu machen ist nicht nur eine kommunikative Herausforderung, sondern auch eine Frage des Vertrauensaufbaus.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass bloße Sensibilisierung nicht ausreicht. Selbst unter denjenigen, die die EUDI-Wallet kennen, sind die Bedenken hinsichtlich Datenschutz, Sicherheit und potenziellem Missbrauch weiterhin groß. Nur 7 % der Befragten gaben an, keinerlei Bedenken bezüglich der Wallet zu haben. Die Frage ist daher nicht, ob Bedenken bestehen, sondern ob es derzeit überzeugende Antworten darauf gibt.
„Eine digitale Geldbörse kann nur dann Vertrauen aufbauen, wenn die Nutzer die Vorteile verstehen, die sie ihnen bietet. Information und Kommunikation werden in den kommenden Monaten entscheidend für den Erfolg der EUDI-Geldbörse sein“, sagt Liudmyla Rabchynska, Direktorin für globale Regulierungs- und Regierungsangelegenheiten bei IDnow.
Was die Verbraucher von einer Wallet erwarten
Die Studie zeigt auch, was die Akzeptanz steigern könnte. Als den Befragten erklärt wurde, dass sie mit der EUDI-Wallet beispielsweise ihr Alter (über 18 Jahre) nachweisen könnten, ohne ihren Namen, ihre Adresse, ihr Geburtsdatum oder andere persönliche Daten preiszugeben, sagten 63 %, sie würden sie eher nutzen. Verbraucher wünschen sich bereits genau das, was die EUDI Wallet bieten soll: mehr Kontrolle über ihre persönlichen Daten und die Möglichkeit, nur die für eine bestimmte Transaktion unbedingt notwendigen Informationen preiszugeben.
Eine breite Akzeptanz hängt jedoch nicht nur von der Bekanntheit ab, sondern auch davon, ob die Wallet im Alltag einfach und zuverlässig funktioniert. 73 Prozent der Befragten befürchten, dass verschiedene Systeme und Dienste nicht reibungslos zusammenarbeiten werden; 69 Prozent sorgen sich, dass die Technologie zu kompliziert oder unzuverlässig sein könnte. Dies sind die praktischen Tests, die die EUDI Wallet bestehen muss, um dauerhaftes Vertrauen zu gewinnen.
„Bedenken hinsichtlich einer neuen digitalen Identitätslösung sind absolut verständlich. Entscheidend ist, dass die Menschen die Sicherheitsvorkehrungen hinter der EUDI Wallet und die ihnen zustehende Kontrolle verstehen. Genau darin liegt die eigentliche kommunikative Herausforderung“, ergänzt Rabchynska.