Die OMR will laut Gründer Philipp Westermeyer Trends nicht nur aufzeigen, sondern mitgestalten. Bestimmende Themen waren in diesem Jahr die Souveränität Europas sowie Chancen und Risiken von Künstlicher Intelligenz.
Das OMR Festival 2026 - internationaler als je zuvor
Rund 70.000 Besucher strömten 2026 laut Veranstalter Ramp106 auf das Hamburger Messegelände, insgesamt seien im Rahmen der zahlreichen Side Events sogar 85.000 Menschen nach Hamburg gekommen. - Quelle: JulianHukePhotography
Über 1.000 Ausstellende und Partner, mehr als 800 Speaker und rund 70.000 Besuchende aus über 40 Ländern: Das OMR Festival hat erneut gezeigt, warum es Europas führende Plattform für Business und Innovation ist. Mit einem Anteil von mehr als 20 Prozent an Gästen außerhalb des DACH-Raums war das ausverkaufte Event auch das internationalste in seinem 15-jährigen Bestehen. Im Mittelpunkt der diesjährigen Ausgabe standen vor allem die großen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit – von europäischer Souveränität über geopolitische Spannungen bis hin zu den Chancen und Risiken Künstlicher Intelligenz.
„Die aktuellen Herausforderungen sind groß, die Fragen komplex – aber genau dafür bauen wir OMR“, sagte OMR-Gründer Philipp Westermeyer: „Unser Anspruch ist, nicht nur Trends zu zeigen, sondern sie mitzugestalten. An zwei Tagen bringen wir die richtigen Leute bei uns in Hamburg zusammen. Hier entstehen nicht nur Gespräche, sondern neue Verbindungen und konkrete Lösungen für das, was vor uns liegt.”
Deutsche Bank Chef Sewing wünscht sich mehr Engagement in Europa
Banking auf der OMR-Bühne 2026: Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing im Gespräch mit OMR-Gründer Philipp Westermeyer über die Zukunft der Finanzinstitute. - Quelle: Dominik Schreiner
Ein Highlight für die finanz-affinen Besucher der Messe war der Auftritt von Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing am zweiten Tag der OMR. Sewing hatte im November 2025 eine neue Strategie für die Großbank ausgerufen: der Fokus liege künftig auf den profitabelsten Geschäftszweigen, das globale Netzwerk solle gestärkt werden und die Marktführerschaft in Deutschland ausgebaut werden. Bis zum Jahr 2028 soll die Rendite der Deutschen Bank auf über 13 Prozent gesteigert werden.
In seiner Rede betonte der Chef der Großbank, wie wichtig es sei, dass Europa seine Wachstumsschwäche beende: Europa habe die Mittel, die Institutionen und die Vernetzung, um in einer Welt im Umbruch zu wachsen. Was fehle, sei der Wille zur Umsetzung.
In Bezug auf KI mache er sich Sorgen, dass man nicht mit der nötigen Geschwindigkeit in KI investiere, sagte Sewing. Die globalen KI-Investitionen sehe er keineswegs als Blase – wie zu Zeiten der Dotcom-Blase, denn die Cashflows der Konzerne seien heute viel stärker und die Kapitalbasis sei ganz anders als in der Dotcom-Phase. Die gesamte Industrie werde von KI dominiert werden, so Sewing. Hier liege eine riesige Chance für die deutsche und die europäische Wirtschaft.
Der Deutsche-Bank-Chef beendete seinen Auftritt auf der OMR mit einem dringenden Appell an die Bundesregierung - unter anderem an Bundesfinanzminister Lars Klingbeil: „Mein einziger Wunsch an die Bundesregierung: sich aufs Wachstum zu fokussieren.“ Wenn das nicht passiere, dann könne man sich alles andere nicht mehr leisten, gab Sewing zu Bedenken. Es sei jetzt „5 vor 12“.