Robo-Advisors: Studie zu automatisierter Geldanlage

Marktanalysten sehen Konsolidierung bei Robo-Advisors

Würden Sie einem automatisierten Computersystem ihr Vermögen anvertrauen? Oder doch lieber einem klassischen Vermögensverwalter? Jetzt hat eine Studie die aktuelle Marktsituation von Robo-Advisors untersucht.

Automatisierte Geldanlage ist noch ein Nischenangebot

Eine Studie der Unternehmensberatung Oliver Wyman hat den Markt für automatisierte Geldanlage untersucht und kommt zu dem Ergebnis, dass sich im Bereich der Robo-Advisors eine Konsolidierung vollzieht. Die automatisierte Geldanlage ist nach wie vor ein Trendthema und viele Anleger testen die Angebote von Robo-Advisors. Dennoch ist der  menschliche Kontakt für das Geschäft mit Vermögenswerten entscheidend und spielt nach wie vor eine Schlüsselrolle. Bislang sprechen Robo-Advisors insbesondere digital- und finanzaffine Anleger an, Bankkunden und traditionelle Vermögensverwalter testen die automatisierte Anlage eher mit einem Teil ihres Kapitals.

Durch Robos verwaltetes Kapital wächst

Laut Wyman-Analyse hat sich das automatisiert verwaltete Vermögen in Deutschland im Jahr 2018 mehr als verdoppelt auf 2,8 Milliarden Euro. 2019 könnte dieser Wert noch weiter wachsen auf fünf bis sechs Milliarden Euro. Die ursprüngliche Prognose der Marktexperten von Wyman lag allerdings bei zehn Milliarden Euro. Die Anbieter von automatisierten Geldanlagen setzen sich zusammen aus jungen Unternehmen und bankeigenen Robo-Advisors. Für Kundenansprache und Depotsteuerung nutzen diese automatisierten Prozesse und konzentrieren sich meist auf günstige Indexfonds (ETFs).

Kooperation mit Bank ist Königsweg

Der beste Weg für junge Unternehmen sei derzeit, mit einer Bank eine Partnerschaft einzugehen und so Zugang zu einem starken Vertrieb zu erhalten, heißt es in der Wyman-Studie weiter. Als Vorbild kann hier die 2014 gegründete Firma „Scalable Capital“ gelten, die sehr von der Kooperation mit der Direktbank ING-Diba profitiert. Scalable Capital deckt aktuell rund die Hälfte des deutschen Marktes für automatisierte Geldanlage ab. Am Markt sei Platz für gut ein Dutzend Anbieter, welche die Schwelle von 100 Millionen Euro Vermögen überwinden könnten, so die Einschätzung der Marktexperten. Neben Scalable Capital gibt es bisher nur wenige Anbieter, die ein dreistelliges Millionenvermögen verwalten dürfen. Erfolgreiche Unternehmen im Bereich der automatisierten Geldanlage sind neben dem Marktführer Scalable „Cominvest“, die HQ Trust-Tochter „Liqid“ sowie „Quirion“ von der Quirin-Bank.

Gründe für eine Ernüchterung

Für eine Ernüchterung im Markt gibt es laut Wyman-Analysten mehrere Gründe: Viele Anbieter hätten unterschätzt, wie wichtig eine bekannte und vertrauenswürdige Marke sei und wie hoch die Kosten für die Kundengewinnung sein können. Branchenexperten schätzen in Bezug auf die Akquise, dass nur jeder 40. Interessent auch Kunde wird - der Bereich Vermögensverwaltung laufe in Deutschland nach wie vor in erster Linie über Empfehlungen.

Hinzu kommt, dass die meisten Bankinstitute auch selbst Robo-Advisor anbieten. So betreibt die Deutsche Bank den automatisierten Service „Robin“, Commerzbank-Tochter Comdirect „Cominvest“, Deka aus der Sparkassengruppe „Bevestor“ und Union Investment das Programm „Visualvest“. Einige Banken würden ihre Robos zudem kaum fördern, aus Angst, sie könnten ihrem eigenen traditionellen Geschäft schaden, bemerken die Autoren der Wyman-Studie. Und schließlich besteht eine weitere Einschränkung für die Erfolgsaussichten von Robo-Advisors darin, dass viele Kunden schlicht kein Interesse an Geldanlagen haben.

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