Studie zu Bezahlsystemen: Deutsche lösen sich vom Bargeld

In Deutschland gewinnen Zahlarten per Karte und Smartphone stark an Bedeutung

Vor allem jüngere Verbraucher unter 45 Jahren lassen das Bargeld hinter sich. Ihr bevorzugtes Zahlungsmittel ist die Girocard. Auch die Smartphone-Zahlungen legen zu. Lediglich bei den älteren Deutschen rangieren Münzen und Scheine immer noch auf Platz eins.

Bargeldnutzung sinkt 2020 um 13 Prozent

Das Institut für Demoskopie Allensbach hat in einer repräsentativen Umfrage herausgefunden, dass inzwischen knapp jeder Zweite (48 Prozent) seine letzten Einkäufe mit Karte beglichen hat.

Wie steht es um die Nutzung und Akzeptanz von bargeldlosen Bezahlverfahren in Deutschland? Dieser Frage geht die jährliche Allensbach-Studie der Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V. nach. Während die Deutschen bisher immer ein großes Faible für Bargeld hatten, zeichnet sich in Corona-Zeiten hier ein Wandel ab. Mittlerweile besitzen 96 Prozent der Befragten eine Girocard ihrer Bank. Bei den 16- bis 44-Jährigen ist diese Karte heute das bevorzugte Zahlungsmittel (45 Prozent bzw. 49 Prozent). In der Altersgruppe von 45 bis 59 Jahren wird immer noch am liebsten bar bezahlt (48 Prozent), bei den über 60-Jährigen sind es sogar 71 Prozent. Insgesamt hat die Bargeldnutzung aber deutlich abgenommen: der Durchschnittswert ist von 63 Prozent (2018) bzw. 60 Prozent (2019) bis auf 47 Prozent in diesem Jahr gefallen.

Ab 25 Euro kommt die Karte zum Einsatz

Interessant ist, dass die Art der Bezahlung auch von der Höhe des Kaufpreises abhängt: Beträge unter 25 Euro werden bevorzugt bar bezahlt (68 Prozent), während Einkäufe über 25 Euro am liebsten mit der Girocard beglichen werden (44 Prozent). Als Reaktion auf die steigende Nachfrage hat die Deutsche Kreditwirtschaft das Limit für kontaktlose Bezahlungen von 25 Euro auf 50 Euro angehoben. Diese können nun ebenfalls berührungslos und ohne PIN-Eingabe bezahlt werden.

Trendwende beim Bezahlen mit dem Smartphone

Wie aus der Studie weiter hervorgeht, werden auch die Zahlungen mit dem Smartphone beliebter: Der Durchschnittswert stieg von einem Prozent (2018) bzw. zwei Prozent (2019) auf vier Prozent in diesem Jahr. In der Altersgruppe der 16- bis 29-Jährigen hat zuletzt sogar jeder Zehnte seine Einkäufe per Smartphone bezahlt (10 Prozent), bei den 30- bis 44-Jährigen sind es acht Prozent. Hier zeichne sich eine Trendwende ab, meinen die Studienautoren.

Der Einfluss der Corona-Pandemie auf die Nutzung der Zahlungsmittel ist offensichtlich. So gaben 39 Prozent der Befragten an, in den letzten Wochen aufgrund von Corona bewusst häufiger mit der Karte bezahlt zu haben. 44 Prozent, also fast jeder Zweite möchte dieses Verhalten nach der Krise beibehalten.

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