Trends im Banking 2021

Studie: Von Cybercrime bis Nachhaltigkeit - aktuelle Trends im Finanzbusiness

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie haben sich zahlreiche Trends im Finanzsektor verstärkt. Eine Studie der Unternehmensberatung Deloitte hat ermittelt, welche Entwicklungen von besonderer strategischer Bedeutung für die Branche sind.

Trends für die Finanzbranche

Die aktuelle Studie von Deloitte bewertet den Einfluss der wichtigsten regulatorischen Entwicklungen auf die Finanzdienstleistungsbranche im Jahr 2021. - Quelle: Shutterstock.com

Die internationale Unternehmensberatung Deloitte hat im Rahmen der Studie “Recover, Renew, Rebuild” verschiedene Trends ermittelt, die für den Finanzdienstleistungssektor im Jahr 2021 von besonderer strategischer Bedeutung sind. Im Fokus der Untersuchung standen die aufsichtsrechtlichen Schwerpunkte und Herausforderungen.

Geschäftsmodelle auf dem Prüfstand

Im Zuge der Corona-Pandemie ist die Unsicherheit in Bezug auf die Ausfallrisiken der Kreditportfolien größer geworden. Es stellt sich die Frage, wie kurzfristig die Stabilität der Finanzmärkte sichergestellt werden kann. Zudem werden die Geschäftsmodelle einiger Institute auf den Prüfstand gestellt. Finanzinstitute sind 2021 mit der Herausforderung konfrontiert, Wertberichtigungen für Kreditrisiken durchzuführen, Maßnahmen zur Förderung einer raschen Erholung anzustoßen, ihre Widerstandsfähigkeit zu verbessern und die Zukunftstauglichkeit ihrer Geschäftsmodelle zu überprüfen.

Umbrüche meistern

Neben den Folgen von Covid-19 gilt es im Jahr 2021 weitere Umbrüche zu meistern: zum einen läuft die Libor-Reform aus, zum anderen muss der Brexit bewältigt werden. Marktanalysten erwarten, dass im Januar 2022 diverse unterschiedliche Zinssätze am Markt existieren werden. Eine vollumfassende Abstimmung innerhalb der Branchen oder unter den Regulatoren sei nicht zu erwarten.

Den Finanzdienstleistern aus dem Vereinigten Königreich mit Geschäft in der EU bleibt nach dem endgültigen Austritt nur die Möglichkeit, weiterhin Verlagerungen in die europäischen Finanzzentren vorzunehmen. Wahrscheinlich wird der Umsetzungsdruck für diese Unternehmen nicht abnehmen, da Aufsichtsbehörden die Erfüllung der in den Zulassungsplänen vereinbarten Auflagen fordern werden. Es ist auch zu erwarten, dass die EU-Aufsichtsbehörden auf eine zunehmende Verlagerung von Clearing-Aktivitäten in die EU drängen werden.

Schlüsselthema Nachhaltigkeit

Regulatoren und Aufsichtsbehörden haben sich auch während der Pandemie mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt. Finanzdienstleister wurden dazu angehalten, ESG-Aspekte in ihre Geschäftsstrategie sowie in ihr Risikomanagement zu integrieren. Zudem haben die Finanzprüfer den Prozess in Bezug auf verschiedene klimabezogene Stresstest-Initiativen kontinuierlich vorangetrieben.

Verbraucherschutz im Fokus

In vielen Ländern hat auch der Verbraucherschutz für die Aufsichtsbehörden einen hohen Stellenwert. Im Zuge der Pandemie erwarten die Studienautoren, dass die zuständigen Behörden einen noch stärkeren Fokus auf das Verhalten und die Governance von Finanzdienstleistungsunternehmen legen werden. Im Fokus sollte die Förderung einer Unternehmenskultur stehen, die das Wohl des Kunden in den Mittelpunkt stellt. Gleichzeitig stehen Finanzdienstleister jedoch weiterhin unter Druck, ihre eigene finanzielle Stabilität zu sichern. Hier bahnt sich ein Zielkonflikt zwischen aufsichtlicher Erwartungshaltung und Zielen der Finanzdienstleister an.

Digitalisierung

Digitale Transformation und technologische Innovationen sind die zentralen Treiber für eine rasche Erholung und künftiges Wachstum der Finanzbranche. Insbesondere während der Corona-Lockdowns haben sich die Kundenpräferenzen nachhaltig verändert. Finanzdienstleister sollten sich der Bedenken der Aufsichtsbehörden bewusst sein, die durch die hohe Geschwindigkeit bei der Umsetzung der Digitalisierung hervorgerufen werden. Dazu gehören Themen wie die operative Stabilität, Risiken im Bereich des Zahlungsverkehrs sowie Fragestellungen im Kontext von Künstlicher Intelligenz (KI) und Big Data-Analysen.

Cybercrime

Im Zuge der Corona-Pandemie hat es einen erheblichen Zuwachs bei Remote-Work und Homeoffice gegeben. Die Aufsichtsbehörden befürchten, dass dadurch neue Muster von Finanzkriminalität ermöglicht und Cyberangriffe erleichtert werden. Ein besonderes Augenmerk der Aufsicht liegt daher auf der Sicherstellung robuster Risiko- und Kontrollsysteme.

Operative Stabilität

Die Aufsichtsbehörden wollen sicherstellen, dass Finanzdienstleister ihre Lehren aus den bisherigen Entwicklungen der Corona-Krise gezogen haben und für weitere Wellen und die resultierenden Beeinträchtigungen gewappnet sind. Auch wenn die Finanzdienstleistungsunternehmen während der Pandemie ihre operative Stabilität bisher überwiegend aufrechterhalten konnten, erwarten die Regulatoren ein noch besseres, vorausschauendes Krisenmanagement.

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