Altersvorsorge mit Ginmon: Nachhaltige Anlagestrategien stehen im Fokus

Lars Reiner, Gründer von Ginmon im Interview

Ginmon bedeutet auf Japanisch „silbernes Tor“. Das in Deutschland unter dem Namen Ginmon operierende Unternehmen bietet eine klasische digitale Vermögensverwaltung an. Ginmon kümmert sich seit 2014 um die private Altersvorsorge von Kunden und bietet eine digitale Geldanlage auf Basis führender Kapitalmarktforschung und Robo-Advisor Technologie. Wir sprachen mit Lars Reiner, dem Gründer von Ginmon, über die Unterschiede des Robo Advisors zu anderen digitalen Vermögensverwaltern, die Ginmon-Performance im Corona-Jahr und über die Zukunft der nachhaltigen Geldanlage.

23.03.2021

Lars Reiner, Gründer von Ginmon. - Quelle: Ginmon

Was unterscheidet Ginmon von anderen Robo Advisorn? Was ist Ihr Alleinstellungsmerkmal?

Die drei wesentlichen Alleinstellungsmerkmale von Ginmon sind die Technologie, unsere Unabhängigkeit sowie der klare Fokus auf die Altersvorsorge. Unser technologischer Fortschritt gegenüber Mitbewerbern ist an einer Reihe einzigartiger Funktionen wie zum Beispiel unserem Steueroptimierungsalgorithmus erkennbar. Außerdem funktioniert unsere Plattform einfach tadellos, was sich auch in Kundenbewertungen auf Google oder Trustpilot zeigt. Was die Unabhängigkeit angeht, so ist es uns als BaFin-regulierter Vermögensverwalter nicht nur verboten, Produktprovisionen zu erhalten, sondern auch unsere Gesellschafterstruktur ist frei von Interessenkonflikten. Einige Mitbewerber haben selbst ETF-Anbieter unter Ihren Gesellschaftern, was die Auswahl der genutzten Anlageprodukte selbstverständlich unvorteilhaft beeinflussen kann. Zu guter Letzt fokussieren wir uns neben dem allgemeinen Vermögensaufbau ganz explizit auf das Thema der Altersvorsorge mit ETFs. Kunden, die sich eine zusätzliche Rente oder die finanzielle Unabhängigkeit im Alter aufbauen wollen, sind bei uns an der richtigen Adresse. Neben Rentenrechnern und speziellen Features rund um die Altersvorsorge bieten wir auch die gezielte persönliche Beratung rund um die Planung der Altersvorsorge und des Ruhestands. Alle unsere persönlichen Dienstleistungen sind übrigens je nach Anlagevolumen in unserer Servicegebühr kostenfrei inbegriffen.

Wie sieht das aktuelle Kundenprofil aus? Wie alt sind die Kunden von Ginmon?

Die meisten unserer Kunden sind gutverdienende Angestellte, wobei Selbstständige, Unternehmer sowie Beamte ebenso stark vertreten sind. Altersmäßig ist durch unsere Ginmon-Kinderkonten formal alles vertreten, vom Säugling bis zum Senior, unsere älteste Kundin ist 94. Die meisten Anleger liegen jedoch in den beiden Alterskohorten zwischen 30-40 sowie 50-60 Jahren. Die Geschlechterverteilung ist aber tatsächlich noch sehr unausgeglichen, momentan sind noch 80 Prozent unserer Kunden männlich. Dies ist jedoch ein Merkmal, das sich über die Zeit wohl noch etwas stärker angleichen wird. Was aber der Großteil unserer Kunden unabhängig von Beruf, Alter oder Geschlecht gemeinsam hat, ist die Tatsache, dass sie Ginmon nutzen möchten, um langfristig Vermögen für die eigene Altersvorsorge bzw. den Ruhestand aufzubauen. Ein ebenso übliches Leitmotiv ist es, für die finanzielle Zukunft der Kinder und Enkelkinder vorzusorgen. In Kundengesprächen wird uns zum Beispiel oft erzählt, dass vor allem mit dem Ziel investiert wird, die Ausbildungsfinanzierung des Nachwuchses sicherzustellen. Hierzu bieten wir auch separate Kinderkonten an, die diesem Zweck optimal gerecht werden.

Ginmon wurde bereits 2015 gegründet und gehört damit zu den ältesten Robo-Advisorn auf dem deutschen Markt. Was waren die bisherigen Milestones für Ginmon?

Ein erster Meilenstein war natürlich der Einstieg von Passion Capital bei unserer Finanzierungsrunde im Sommer 2016. Ich denke, dass hierdurch gewonnene Kapital konnten wir im Laufe der letzten Jahre gut zur Entwicklung einer vollwertigen Unternehmensstruktur nutzen. Aber auch der Abschluss der ersten B2B-Kooperationen waren wichtige Schritte für uns, da diese bestätigten, dass wir mit unserem Angebot den Nerv der Zeit treffen. Schlussendlich war natürlich auch die während der Corona-Pandemie abgeschlossene Finanzierungsrunde und die damit verbundene Investition der BCS Group sehr entscheidend. Denn gerade in Krisenzeiten zeigt sich, ob Kapitalgeber tatsächlich hinter einem Unternehmen und dessen Ideen stehen. Das neue Kapital gibt uns langfristige Planungssicherheit und ganz neue Möglichkeiten zur Weiterentwicklung der Plattform und der Funktionalitäten.

Wie hat Ginmon den Markt erlebt seit dem Ausbruch der Covid-Pandemie? Wie konnte Ginmon auf die Turbulenzen am Markt reagieren?

In Krisenzeiten trennt sich stets die Spreu vom Weizen. Das gilt in besonderem Maße für Vermögensverwalter - und zwar aus zwei Gründen: Erstens wird erst in einer Krise klar, ob ein Vermögensverwalter seine definierte Strategie konsequent durchzieht, oder ob auch die Menschen hinter der Vermögensverwaltung in emotionale Fallen tappen, die Nerven verlieren, und so Fehlentscheidungen treffen. Viele klassische Vermögensverwalter wurden durch die Krise kalt erwischt und haben für den Kunden sehr unvorteilhafte Umschichtungen vorgenommen - auf Kosten der Kunden. Aber auch direkte Mitbewerber unter den Robo Advisors haben hier Fehler gemacht: Insbesondere bei sogenannten Value-at-risk (VAR) Ansätzen hat sich in der Krise gezeigt, dass sich diese für einen langfristigen Vermögensaufbau nur bedingt eignen. Zweitens ist eine Kapitalmarktkrise aber stets auch eine Prüfung der Kundenbetreuung eines Vermögensverwalters. Gute Vermögensverwalter vermeiden es, dass Kunden in Krisenzeiten Fehlentscheidungen treffen. So haben wir es trotz der extremen Marktturbulenzen durch eine Kombination aus E-Mails, Webinaren sowie direkter Kundenkommunikation über Telefon oder Chat geschafft, das über 95 % unserer Kunden Ihrer Strategie treu blieben, über 20 % unserer Kunden sogar die günstige Gelegenheit für eine Zuzahlung nutzen. Da unsere Plattform automatisiert antizyklisch handelt, wurden zwischen März und April massenhaft günstig Aktien nachgekauft, was der Rendite unserer Kunden mittelfristig natürlich extrem zugutekommt. Insgesamt sind wir so gestärkt aus der Krise hervorgegangen. Unsere Kunden haben nicht nur Ihre zwischenzeitlichen Buchverluste schnell wieder ausgeglichen, sondern auch erkannt, dass sie sich auf unsere Technologie und unsere Betreuung jederzeit voll verlassen können.

Können Sie etwas zur Performance Ihres Robo Advisors sagen? Wie hat sich der Ginmon Robo Advisor in den letzten 12 Monaten in Tests geschlagen?

Coronabedingt hatten auch unsere Anlagestrategien 2020 eine geringfügig negative Performance. Für unser konservativstes Produkt apeiron 1 lag diese beispielsweise bei -1,6 Prozent, die Performance unserer risikoreichsten Kategorie apeiron 10 lag im selben Jahr bei -2,7 Prozent. Auf einen Zeitraum von fünf Jahren betrachtet sieht dies allerdings ganz anders aus. Hier liegt die Rendite von apeiron 1 bei 7,3 Prozent und bei apeiron 10 betrug diese sogar 34,7 Prozent. Darüber hinaus haben wir 2019 bei der drei Jahres Performance-Bewertung von “BrokerVergleich” den ersten Platz unter allen deutschen Robo-Advisorn belegt.

Sie haben letztes Jahr von Investoren frisches Kapital in Höhe von sechs Millionen Euro eingesammelt. Was haben Sie mit dem Geld vor?

Zum einen nutzen wir das frische Kapital natürlich zum Ausbau unseres Produktportfolios. Wie gerade erwähnt, haben wir ja vor Kurzem unsere grünen ETF-Portfolios auf den Markt gebracht. In diesem Zusammenhang sind wir derzeit auch dabei, unsere Mitarbeiterzahl im Wealth Management massiv aufzustocken. Aber natürlich investieren wir auch in Marketing-Maßnahmen, um unsere mediale Präsenz und Wahrnehmung in der breiteren Öffentlichkeit zu steigern.

Mitbewerber von Ihnen positionieren sich mittlerweile auch im Nachhaltigkeitsbereich und bei der Geldanlage für Kinder. Wie wichtig sind diese zwei Segmente für Ginmon in Zukunft?

Seit Beginn dieses Jahres haben wir sowohl Kinderkonten als auch die apeirongreen Strategien in unser Produktportfolio aufgenommen. Die Testphase mit Bestandskunden hat gezeigt, dass beide Innovationen sehr gut angenommen werden. In Zeiten von Klimawandel und Niedrigzinsen ist dies allerdings auch eine logische Entwicklung. Den Menschen wird zum einen immer bewusster, dass Geldanlagen einen direkten Einfluss auf die Umwelt haben und zum anderen möchten sie Ersparnisse für Kinder und Enkel vor der Inflation schützen.

Welche weiteren Angebote und Features sind bei Ginmon in der Pipeline?

Viele unserer künftigen Innovationen werden sich wie gerade dargelegt mit einem nachhaltigen Vermögensaufbau sowie der Professionalisierung der privaten Altersvorsorge beschäftigen. Aber wie bei apeirongreen, nehmen wir uns auch hierfür auch die nötige Zeit. Es ist nicht glaubwürdig, jeden Monat mit einer vermeintlichen Neuerung um die Ecke zu kommen. Die Produkte müssen sorgfältig ausgearbeitet und aufgelegt werden. Ginmon wurde aus dem Anspruch heraus gegründet, die beste und kundenzentrierteste Vermögensverwaltung am Markt anzubieten. Es ist dieser Qualitätsanspruch an uns selbst, den unsere Kunden an uns schätzen.

So mancher Anbieter auf dem deutschen Markt, der als klassischer Robo-Advisor gestartet ist, hat das Portfolio wesentlich erweitert und bietet mittlerweile auch einen Broker-Service an, so dass Kunden auch eigenständig Aktien, ETFs oder Kryptowerte handeln können. Wie sehen Sie diese Entwicklung? Wird Ginmon in Zukunft ein reiner digitaler Vermögensverwalter bleiben, oder wird es auch bei Ginmon die Möglichkeit geben, eigenständig zu traden?

Ich denke, in diesem Zusammenhang ist es wichtig, einen Blick auf unsere Zielgruppe zu werfen. Es wäre natürlich relativ einfach, Ginmon um eine eigenständige Trading-Plattform zu erweitern. Wichtiger als die Machbarkeit ist hier jedoch der Kundennutzen: Wir bedienen Kunden, die die Verwaltung Ihrer Geldanlage an eine Technologieplattform sowie die dahinterliegenden Experten delegieren möchten. Der aktuell zweifelsohne existierende Trading-Boom geht im Wesentlichen von einem anderen Kundentypus aus - und hier erwarten wir auch, dass dieser Boom zeitnah wieder abflachen wird. Was wir allerdings durchaus als einen langfristigeren Kundenwunsch wahrnehmen, ist die Möglichkeit, mit einem kleinen Teil des eigenen Vermögens einen gewissen Sektor oder eine gewisse Geografie stärker zu gewichten. Ob wir hierzu in Zukunft neue Features anbieten, das wird sich aber erst nach eingehender Analyse und Priorisierung gegenüber anderen Features zeigen.

Was sind die Ziele von Ginmon? Allgemein, für das laufende Jahr, für die kommenden 5 Jahre?

Generell möchten wir mit Ginmon das Bewusstsein der breiten Bevölkerung für einen langfristigen Vermögensaufbau sowie die Altersvorsorge mit ETFs steigern. In Deutschland gibt es zum Teil immer noch diese geradezu reflexartige Ablehnung von allem, was mit dem Kapitalmarkt zu tun hat - und zum Abbau dieser Berührungsängste möchten aktiv beitragen. Für 2021 haben wir uns vor diesem Zusammenhang vorgenommen, vor allem unsere nachhaltigen Anlagestrategien im Markt zu etablieren sowie den Fokus auf die private Altersvorsorge zu verstärken. In den nächsten 5 Jahren wollen wir uns mit unserer Arbeit in diesen Bereichen als Marke für eine hochqualitative, unabhängige und vertrauenswürdige Plattform für die persönlichen Finanzen etablieren.

Herr Reiner wir danken Ihnen für das Gespräch.

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