Das Girokonto: Alles, was Kunden wissen müssen

Tipps & Infos zum Girokonto: Das sollten Sie wissen

Das Girokonto ist des Deutschen liebstes Konto. Nahezu jeder nutzt es – egal ob Selbstständiger, Student oder Hartz-4-Empfänger. Was ein Girokonto genau ist und worauf man achten sollte, erklären wir in diesem Ratgeber-Artikel.

Was ist ein Girokonto?

Das Wort Giro kommt aus dem Italienischen. Es bedeutet Drehung und steht sinnbildlich dafür, dass das Geld auf dem Girokonto ständig in Bewegung ist. Aus dem Alltag ist das Konto schon lange nicht mehr wegzudenken: Es wird genutzt für nahezu alle regelmäßigen Einkünfte oder Ausgaben sowie für die Abwicklung einmaliger Transaktionen.

Das Girokonto gilt als grundlegende Geldanlageform für den alltäglichen Zahlungsverkehr und als Basis für alle modernen Bankdienstleistungen wie Überweisung, Bargeldversorgung oder Online Banking.

Das richtige Girokonto finden

Wer ein neues Girokonto eröffnen möchte, hat die Qual der Wahl. Nahezu alle Filial-Banken, Sparkassen sowie Direkt- Banken haben ein Girokonto im Angebot. Unterschiede gibt es oftmals im Leistungsumfang und bei den Kosten. Daher sollten Nutzer im Vorfeld auf ihr eigenes Nutzungsverhalten achten. Dabei sollte man sich unter anderem folgende Fragen stellen:

  • Tätige ich viele Überweisungen?
  • Brauche ich eine persönliche Beratung oder einen Ansprechpartner vor Ort?
  • Wie oft gehe ich mit der Geldkarte zum Automaten?

Dabei ist es auch wichtig, alle relevanten Informationen auf den jeweiligen Internetseiten der Finanzinstitute zu prüfen und diese miteinander zu vergleichen. Leider müssen Kunden das bisher noch selber machen. Aber: Das Zahlungskontengesetz sieht bereits vor, dass es künftig eine unabhängige Vergleichsplattform geben soll, wo Kunden auf einen Blick die Leistungen aller Banken miteinander vergleichen können. Wann es solch ein Portal geben wird, ist aber noch nicht gewiss.

Modelle von Girokonten

Bei den Sparkassen werden unterschiedliche Girokonto-Modelle geführt:

  • Ein günstiges Konto, wo für jede weitere Leistung wie Überweisungen oder Daueraufträge Gebühren anfallen.
  • Ein Girokonto, bei dem man monatlich mehr bezahlt, das aber einen Teil der Leistungen inkludiert.
  • Ein Gesamtpaket mit allen Services, für das eine höhere monatliche Gebühr anfällt.
  • Ein Online-Konto-Modell für die Abwicklung des Zahlungsverkehrs im Internet.

Filial-Banken bieten in der Regel ein Girokonto-Modell an, das je nach Bank kostenlos oder gegen Gebührt geführt wird – und in der Regel alle Leistungen inkludiert.

Direktbanken, die ihre Geschäfte hauptsächlich online abwickeln, bieten ihre Konten oft kostenlos an. Wichtig: Wer ein Konto bei einer Direktbank eröffnet, sollte prüfen, in welchem Partnerverbund die Bank bei den Geldautomaten ist. Nur dort kann dann kostenlos Geld abgehoben werden.

Welche Karten gibt es zu einem Girokonto dazu?

In der Regel erhält der Kunde eine Girokarte (umgangssprachlich EC-Karte) zum Konto dazu. Damit kann im Handel bargeldlos bezahlt werden und an bestimmten Geldautomaten kostenfrei Geld abgehoben werden.

Wer mit der Girocard im Handel zahlt, muss dies entweder mit einer Unterschrift legitimieren oder eine PIN eingeben. Mit einer Unterschrift „erlaubt“ der Kunde dem Händler, Geld vom Girokonto abzubuchen. Bei einer PIN-Eingabe sendet der Kunde dem Händler aktiv Geld. Hier wird auch automatisch abgefragt, ob das Konto ausreichend gedeckt ist.

Immer mehr Finanzintitute bieten zum Girokonto auch eine Kreditkarte an. In manchen Fällen ist diese komplett kostenlos, in anderen kann die Kreditkarte lediglich für einen bestimmten Zeitraum (zum Beispiel im ersten Jahr) kostenlos  genutzt werden.

Was ist ein NFC-Chip?

Die neusten Girokarten verfügen über einen sogenannten NFC-Chip. NFC steht für Near Field Communication (Nahfeld-Kommunikation). Dabei handelt es sich um einen Kurzstreckenfunk, über den eine Zahlung allein durch das Auflegen der Karte auf ein Lesegerät getätigt wird. Dabei dürfen pro Zahlungsvorgang höchstens 50 Euro abgebucht werden. Zudem dürfen die Zahlungsvorgänge seit der letzten Pin-Eingabe zusammen höchstens 150 Euro betragen beziehungsweise es darf höchstens fünf Abbuchungen über die Karte ohne Pin-Abfrage gegeben haben.

Gebühren im Überblick

Viele Finanzinstitute stellen eine sogenannte Kontoführungsgebühr in Rechnung. Dabei handelt es sich um einen monatlichen Betrag, der gezahlt werden muss. Dieser inkludiert in der Regel alle Leistungen wie Überweisungen, Daueraufträge und Co. Die Kontoführungsgebühr kann unterschiedlich hoch ausfallen. Höher als zehn Euro im Monat liegt sie in der Regel aber nicht. Zudem bieten die Banken oftmals ihre Konten kostenfrei an, wenn pro Monat ein gewisser Geldbetrag eingezahlt wird. Bei der Commerzbank sind das zum Beispiel 1.200 Euro. Viele Direktbanken verzichten wie bereits erwähnt in der Regel auf solche Gebühren.

Sparkassen und Volksbanken gehen immer mehr dazu über, Gebühren für die Ausgabe der Girokarten zu verlangen. Bei Kreditkarten ist das schon lägst eine gängige Praxis. Auch hier sind Direktbanken noch deutlich zurückhaltender.

Wer das Online Banking nutzt, muss mitunter für das mTAN-Verfahren Gebühren zahlen. Dabei wird die TAN per SMS  auf das Smartphone geschickt. Für den SMS-Versand stellt die Bank dem Kunden die Gebühren in Rechnung. Wer diese Gebühren vermeiden möchte, sollte auf das Photo- oder Push-TAN-Verfahren umsteigen, die mittlerweile viele Banken anbieten. Übrigens: Die guten alten TAN-Zettel, die in Papierform zu einem nachhause geschickt werden, sind nur noch bis September 2019 gültig. Danach muss man auf ein anderes TAN-Verfahren umsteigen.

Wie funktioniert ein Konto-Wechsel?

In der Regel ist ein Wechsel von einer Bank zu einer anderen kein Problem. Dabei setzen sich die alte und die neue Bank in Verbindung und leiten alles in die Wege. Dafür können mitunter Gebühren anfallen. Zudem bieten einige Banken einen „Umzugs-Service“ an, bei dem das neue Finanzinstitut Zugriff auf das alte Konto erhält und dadurch automatisiert anhand der zurückliegenden Kontobewegungen erkennt, welche Daueraufträge und Lastschriftverfahren hinterlegt sind. Diese werden dann zu der neuen Bank übertragen.

Tipp: Bei einem Kontowechsel sollte man mindestens zwei Monate lang parallel das alte Konto weiterzuführen, um sicherzugehen, dass der Wechsel ordnungsgemäß vonstattengegangen ist.

Darf die Bank das Girokonto einfach kündigen?

Ja, das ist erlaubt. Banken besitzen das Recht, ohne Angaben von Gründen das Konto zu kündigen. Die Kündigungsfrist beträgt in diesem Fall zwei Monate.

Bei Sparkassen ist das hingegen etwas strikter geregelt. Hier muss ein sachgerechter Grund genannt werden. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Sparkassen steht dazu: „Soweit weder eine Laufzeit noch eine abweichende Kündigungsregelung vereinbart sind, können der Kunde und bei Vorliegen eines sachgerechten Grundes auch die Sparkasse die gesamte Geschäftsbeziehung oder einzelne Geschäftszweige jederzeit ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist kündigen.“

Die beliebtesten Geldinstitute für Girokonten der Deutschen

Geldinstitut

Anteil in Prozent

Sparkasse

46,3

Volksbank Raiffeisenbank

19,7

Postbank

10,0

Deutsche Bank

6,8

Commerzbank

6,3

Sparda-Bank

4,4

Targo Bank

3,0

Anderes Geldinstitut (mit Filialen)

2,4

Hypo Vereinsbank

1,6

Kein eigenes Konto

1,6

Santander

0,7

psd Bank

0,5

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