Das sind die größten Krypto-Irrtümer

Unsicher, anonym und steuerfrei

Hinter dem Begriff „Bitcoin“ verbirgt sich eine revolutionäre Technologie: die Blockchain. Viele Experten vergleichen die Bedeutung ihrer Entwicklung mit dem Internet in den 1990er Jahren. Vielen ist gar nicht bewusst, was wirklich hinter der Kryptowährung steckt. Und so ziehen zahlreiche Irrtümer rund um Bitcoin und Blockchain ihre gesellschaftlichen Kreise. Wir klären in diesem Artikel auf.

Irrtum 1: Bitcoin ist nur ein Trend

Alle reden über Bitcoin, Krypto und über Blockchain - doch dabei wird vieles durcheinandergebracht.

Bitcoin ist nicht nur ein kurzes Aufflackern, sondern hat sich bereits fest neben unserem Fiatwährungssystem etabliert. Mittlerweile ist die Blockchain dem traditionellen Bankensystem sogar überlegen. Großbanken wie Barclays, Credit Suisse oder UBS​ stellen bereits auf die Blockchain um.

Irrtum 2: Bitcoin besitzt keinen realen Gegenwert

Gegenfrage: Welche Währung hat schon einen realen Gegenwert? Ist das Papier des Fünf-Euro-Scheins wirklich fünf Euro wert? Fiatwährungen wie der Euro oder der US-Dollar sind nur so wertvoll wie sie sind, weil wir Menschen ihnen diesen Wert zusprechen – beziehungsweise weil die Zentralbanken dies so sagen.

Der Bitcoin hat den entscheidenden Vorteil, dass er nicht an Inflationen, Staatenkrisen etc. gebunden ist. Somit bleibt auch die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass die digitale Währung komplett an Wert verliert.

Irrtum 3: Bitcoin ist unsicher

Die Bitcoin Blockchain gibt es seit über zehn Jahren – pausenlos und ohne Hacks. Daher gilt sie als extrem sicher, sogar als sicherer als das bestehende Bankensystem. Angreifbar sind hingegen die privaten Schlüssel, die den Transfer der Assets ermöglichen. Diese Schlüssel sicher und gleichzeitig zugänglich zu verwahren, ist nicht einfach. So gab es in der Vergangenheit immer wieder Vorfälle, in denen Hacker Bitcoins gestohlen haben, weil deren Besitzer sich nicht an die Sicherheitsempfehlungen gehalten haben.

Irrtum 4: Bitcoin ist nicht alltagstauglich

Diesen Vorwurf hört beziehungsweise liest man immer wieder. Vor allem hinsichtlich der hohen Gebühren und der Akzeptanz. Richtig ist, dass eine Bitcoin-Transaktion mit aktuell fünf Euro ziemlich teuer ist. Das Problem: Das Bitcoin-Netzwerk ist überlastet, da die Nachfrage größer ist als das Angebot. Aktuell können im Schnitt nur fünf bis sieben Transaktionen pro Sekunde verarbeitet werden. Abhilfe schafft hier das sogenannte Lightning, wodurch die Zahl der Transaktionen auf mehrere Millionen​ ansteigen kann. Somit werden die Gebühren auch auf nahezu null fallen.

Hinsichtlich der Akzeptanz liegen wir in Deutschland deutlich zurück. In den USA wird die Kryptowährung im Einzel- und Online-Handel bereits vielerorts akzeptiert. Doch es gibt immer mehr Anbieter – auch hierzulande- die Bitcoin annehmen, darunter Microsoft, Expedia, Lieferando, Rakuten, musikprogramme.de oder wir-machen-druck.de. Vor allem in Online-Shops kann man mittlerweile gut mit Bitcoin und Co. bezahlen. In Geschäften, Restaurants oder Cafés gibt es noch Nachholbedarf.

Irrtum 5: Bitcoins nutzen nur Kriminelle

Die Annahme, dass Kryptowährungen hauptsächlich für kriminelle Geldgeschäfte wie Geldwäsche oder Drogen- und Waffenhandel genutzt werden, hält sich hartnäckig. Sie ist aber falsch. Natürlich greifen auch Kriminelle auf die Kryptowährung zurück. Aber ein Großteil der Nutzer verwenden Bitcoins für Spekulationen und legale Zahlungen.

Irrtum 6: Bitcoin ist anonym

Aufgrund dieses Irrtums hält sich wahrscheinlich auch Irrtum Nummer 5 so beharrlich. Tatsächlich hinterlässt man als Nutzer bei Transaktionen aber deutliche Spuren in der Blockchain. Zahlungen können so eindeutig zugewiesen werden. Das wäre für Kriminelle weniger sinnvoll. Kryptographisch verschlüsselt sind hier nicht die Transaktionen, sondern jeder einzelne Block der Blockchain. Diese Verschlüsselung dient dem Schutz des Netzwerkes und nicht der Anonymität der Nutzer.

Wer anonym in der Blockchain bezahlen möchte, nutzt dafür sogenannte Privacy Coins, wie Monero, Zcash, DASH, PivX, DeepOnion, Navcoin oder Zcoin. Hier werden verschiedene Technologien eingesetzt, mit denen die Transaktionshistorie verschleiert wird. Diese Anonymität hat aber ihren Preis: Bei Privacy Coins werden zusätzliche Gebühren erhoben. Zudem sind die Transaktionszeiten deutlich länger.

Irrtum 7: Bitcoins sind steuerfrei

Schön wäre es, aber nein, auch Bitcoins müssen als „private Veräußerungsgeschäfte“ versteuert werden. Es ist ratsam, bei einem privaten Handel diesen in der Steuererklärung transparent anzugeben und entsprechende Unterlagen und Belege bereitzuhalten.

Private Veräußerungsgeschäfte, wo der jährliche Gewinn unter 600 Euro liegt, sind steuerfrei. Alles darüber hinaus wird besteuert. Laut Gesetz werden Krypto-Gewinne wie Einnahmen aus einem Gewerbebetrieb versteuert.

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