Kreditkartenbetrug

Das können Sie tun, um sich zu schützen

Kreditkarten sind ein praktisches und flexibles Zahlungsmittel – doch wie sicher sind die kleinen Plastikkarten? In diesem Artikel erfahren Sie, wie hoch die Sicherheit von Kreditkarten wirklich ist und wie Sie sich selbst vor einem Kartenmissbrauch schützen können.

Kreditkarten: hohe Flexibilität, hohe Akzeptanz – aber auch hohe Sicherheit?

Im Durchschnitt werden jährlich rund 8.000 Fälle von Kreditkartenbetrug bei der Polizei gemeldet.

Die weltweite Nutzung von Kreditkarten steigt seit Jahren kontinuierlich an. Kein Wunder: Die kleine Plastikkarte ist ein flexibles und schnelles Zahlungsmittel, das auf der ganzen Welt an Millionen sogenannter Akzeptanzstellen genutzt werden kann.

Viele Kartenbesitzer lassen leider häufig einen wichtigen Aspekt schleifen: die Sicherheit. Dabei ist dieser Punkt unerlässlich bei der Zahlung mit Kreditkarten. Wie sicher die Karten wirklich sind, welche Betrugsmaschen es gibt und was Sie selbst für die Sicherheit beim Zahlen mit Kreditkarte tun können, haben wir in diesem Ratgeber für Sie zusammengetragen.

So werden Kreditkartendaten abgefangen und gestohlen

Kreditkarten sind beliebt – auch bei Betrügern. Laut verschiedener Zahlen liegt der durch Betrug verursachte Schaden jährlich bei mehr als 1,3 Milliarden Euro. Alarmierend ist auch, dass die Fälle von Kreditkartenbetrug laut Europäischer Zentralbank seit 2012 steigen.

Rund 60 Prozent der kompletten Schadenssumme entfällt dabei auf den Online-Betrug. Etwa ein Viertel der Schadenssumme entstand durch den Missbrauch während  des Bezahlvorgangs in Geschäften. Der restliche Anteil verteilt sich auf betrügerische Abhebungen am Geldautomaten. Dabei kommen ganz unterschiedliche Betrugsmaschen zum Einsatz, um an die Kreditkarte und/oder ihre Daten zu kommen.

Skimming: Beim Skimming werden die sensiblen Daten über manipulierte Kartenlesegeräte ausgelesen.

Phishing: Mithilfe gefälschter E-Mails oder Schadprogramme (Trojanern) versuchen Kriminelle unbemerkt an Kreditkartendaten wie PIN, Kartennummer oder Passwörter heranzukommen. In der Regel wird der Besitzer einer Kreditkarte per Mail unter einem Vorwand dazu aufgefordert, einem Link zu folgen und dort seine Kreditkartendaten anzugeben. Dabei geben sich die Betrüger oft als Bank oder bekannter Onlineshop wie Ebay oder Amazon aus.

Postwegverlust: Die Kreditkarte samt dazuzugehöriger PIN wird auf dem Postweg abgegriffen – entweder auf dem Zustellweg oder aus dem Briefkasten des Empfängers.

Diebstahl: In Kaufhäusern und Geschäften, aber auch am Arbeitsplatz oder in öffentlichen Verkehrsmitteln wird die Kreditkarte beziehungsweise meistens das gesamte Portemonnaie oder die Tasche gestohlen. Auch Sport- und Großveranstaltungen sind beliebte Orte für einen Kartendiebstahl.

Datenhack: Bei Online-Händlern oder über infizierte PCs erfolgt der Datenklau von Kreditkartendaten. Sobald Sie mit der Kreditkarte online bezahlen, besteht auch die Möglichkeit, dass Hacker die sensiblen Daten mitlesen können. In der Vergangenheit haben es Hacker immer wieder geschafft, Kreditkartendaten von Kunden im großen Stil zu stehlen.

Haftung bei Kreditkarten-Diebstahl

Sie waren einen Moment unaufmerksam und Ihre Kreditkarte ist weg. Bleibt die Frage: Wer haftet für den entstandenen Schaden? Je nach Betrug sehen die Haftungsmöglichkeiten unterschiedlich aus. Vom Gesetz vorgeschrieben ist eine maximale Haftung von 150 Euro für den Karteninhaber bei Kartendiebstahl oder -Missbrauch (Paragraph 675v des Bürgerlichen Gesetzbuchs). Ob Sie für den Verlust der Karte selbst haften, können Sie in den AGB des jeweiligen Kreditkarten-Anbieters nachlesen.

In voller Höhe haften müssen Sie in jedem Fall selbst, wenn Sie grob fahrlässig oder vorsätzlich handeln. Grobe Fahrlässigkeit besteht zum Beispiel dann, wenn Sie den Verlust der Karte oder einen Betrug nicht schnellstmöglich an das Kreditinstitut oder den Anbieter gemeldet haben.

Sicherheit der Kreditkarten

Die Kreditkarten-Anbieter tun alles für eine größtmögliche Sicherheit ihrer Karten. Immerhin wäre der Image-Verlust katastrophal, sollten eklatante Sicherheitsmängel nachgewiesen werden, die hätten vermieden werden können.

Somit sind Kreditkarten mit zahlreichen Sicherheitseinstellungen ausgestattet, wie der 16-stelligen Kreditkartennummer, die Sie bei jeder Transaktion angeben müssen. Darüber hinaus gibt es ein  Gültigkeitsdatum, das ebenfalls bei bestimmten Bezahl- oder Abbuchungsvorgängen abgefragt wird. Für Bezahlungen in Geschäften oder Restaurants bestätigen Sie die Zahlung entweder mit Ihrer Unterschrift oder einer PIN.

Die Sicherheit wird über die PIN aber nur so lange gewährleistet, wie sie im alleinigen Besitz des Kartenbesitzers ist. Sobald Dritte an die PIN-Nummer herankommen, ist auch die Sicherheit nicht mehr gewährleistet. Weitere Sicherheitseinstellungen sind die Hochprägung sowie die dreistellige Prüfziffer auf der Rückseite der Karte.

Das können Sie für mehr Sicherheit tun

Trotz der stets aktuell gehaltenen Sicherheitstechnologien seitens der Karten-Anbieter steigt die Zahl der Betrugsfälle weiter. Statistischen Angaben zufolge entfallen etwa 70 Prozent aller Missbrauchsfälle mit Bankkarten auf einen fahrlässigen Umgang mit Karte und PIN. Das heißt konkret: Viele Betrugsfälle könnten durch ein richtiges Verhalten seitens der Kartenbesitzer vermieden werden.

Wenn Sie die untenstehenden Tipps für den Umgang mit Ihrer Kreditkarte beherzigen, steigern Sie nicht nur die Sicherheit, sondern auch die Chance, dass bei einem Betrugsfall der Schaden vom Kreditkarteninstitut oder der Bank übernommen wird.

Tipp 1: Geben Sie die Kreditkarte nie in die Hände Dritter. Wenn Sie die Karte für den Bezahlvorgang im Geschäft oder einem Hotel/Restaurant abgeben, sollten Sie stets dabei bleiben und darauf achten, was der Portier oder Kassierer mit der Kreditkarte macht.

Tipp 2: Das Risiko für einen großen Schaden minimieren Sie mit einer Prepaid-Kreditkarte. Wird diese entwendet, verlieren Sie lediglich den Betrag, der auf der Karte geladen war.

Tipp 3: Bei herkömmlichen Kreditkarten sollten Sie das Limit so klein wie möglich halten. Bei einem Diebstahl oder Betrug können Sie den Schaden so reduzieren. Praktisch ist es, einen maximalen Umsatz pro Tag für die Karte einzurichten.

Tipp 4: Unterschreiben Sie auf Ihrer Kreditkarte sofort nach dem Erhalt dieser. Somit kann sie nicht von Dritten genutzt werden.

Tipp 5: Bewahren Sie Ihre Kreditkarte stets sicher auf. Wenn Sie die Karte nicht brauchen, lassen sie diese an einem sicheren Ort zuhause. Wenn Sie die Karte dabei haben, tragen Sie sie stets eng am Körper – und nicht etwa im Portemonnaie, dass Sie in die Potasche ihrer Jeans gesteckt haben.

Tipp 6: Lernen Sie die PIN auswendig und schreiben Sie diese niemals auf. Falls Sie sich die Nummer zur Sicherheit doch notieren wollen, tun Sie dies auf einen Zettel und verwahren Sie diesen sicher zuhause an einem Ort, wo niemand rankommt.

Tipp 7: Bei Verlust der Kreditkarte müssen Sie diese sofort sperren lassen. Nur bei rechtzeitiger Meldung wird die Haftung begrenzt. Sperren können Sie die Karte über die kostenlose Rufnummer 116 116, die weltweit und rund um die Uhr erreichbar ist. Aus dem Ausland wählen Sie vor der Nummer die Vorwahl +49. Für den Anruf werden Gebühren berechnet (Ortstarif für Anrufe aus Deutschland), der Sperr-Service selbst ist kostenfrei.

Tipp 8: Wenn Sie im Einzelhandel, in Restaurants oder Hotels mit Kreditkarte bezahlen, sollten Sie immer alle Belege mitnehmen. Die darauf gedruckten Kartendaten könnten sonst Betrügern in die Finger bekommen.

Tipp 9: Wenn Sie mit Ihrer Kreditkarte online bezahlen, sollten Sie dies nur bei vertrauenswürdigen Shops und über eine gesicherte Verbindung tun. Letztere erkennen Sie an dem „https://“ vor der Internetadresse der jeweiligen Seite.

Tipp 10: Überprüfen Sie Ihre Kreditkartenabrechnungen und Kontoauszüge regelmäßig. Bei Ungenauigkeiten sollten Sie sofort die Bank informieren. Diese kann Abbuchungen gegebenenfalls stornieren oder zurückbuchen.

Tipp 11: Geben Sie die Kreditkarte niemals als Pfand aus. Besser eigenen sich dafür der Personalausweis oder Führerschein.

Fazit

Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es für Sie als Kreditkartenbesitzer nicht. Aber Sie können durch einen verantwortungsbewussten Umgang dazu beitragen, dass es Betrüger schwerer haben, an Ihre Daten zu kommen. Und behalten Sie immer im Hinterkopf, dass Sie bei einem Missbrauch schnell handeln müssen.

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