Mambu: Das deutsche Banking-Fintech im Check!

Der unbekannte Fintech-Riese aus Deutschland

Mambu ist den meisten Deutschen wohl kein Begriff. Dabei zählt das Berliner Fintech zu den Big Playern – und das nicht nur auf dem deutschen Markt. Nach einer neuen Finanzierungsrunde erreicht Mambu jetzt offiziell den Einhornstatus mit einer Bewertung von 1,7 Milliarden Euro.

Aktualisiert am 11.01.2020

Mambu: Der unbekannte Riese

Das Berliner Fintech Mambu entwickelt Cloud-Lösungen für Banken und Finanzanbieter.

Mambu ist ein Berliner Fintech, das für Anbieter von Mikrofinanzierungen, für Kreditgeber und Banken Cloud-Lösungen anbietet. Das Unternehmen wurde 2011 von dem Deutschen Frederik Pfisterer und dem Kanadier Eugene Danilkis gegründet. In den ersten Jahren konzentrierte sich Mambu auf das Geschäft mit Mikrokrediten in Lateinamerika und Afrika. Mittlerweile gehören zur Kundschaft auch Schwergewichte wie die Santander Bank, N26 und Check24. Heute gilt Mambu mit rund 500 Mitarbeitern und 14 Büros weltweit als eines der größten deutschen Fintechs – aber auch als eines der unbekanntesten. Hauptzentrale ist das Berliner Office. Die Europa-Zentrale liegt in Amsterdam, der amerikanische Knotenpunkt ist Florida.

Mambu bietet seinen Kunden ein Geschäft, das für Endkunden praktisch “unsichtbar” ist: Das Fintech hat sich auf den sogenannten Banking-Core, das Kernbankensystem spezialisiert. Und genau darin liegt wohl auch der Erfolg des Berliner Fintechs. „Mambu konzentriert sich genau auf jene Core-Banking-Komponenten, die bei einer amerikanischen Bank nicht anders funktionieren als bei einer australischen, einer asiatischen oder einer europäischen Bank. Dadurch konnten sie so schnell skalieren“, erklärte ein Insider gegenüber Finanz-Szene.de.

MAMBUS KUNDEN UND INVESTOREN

Erfolg konnte Mambu von Anfang an verbuchen. Die ersten Kunden kamen aus Lateinamerika und Afrika, die ersten Investoren waren die Web.de-Gründer. Danach kauften sich nach und nach bekannte Venture-Capital-Finanzierer wie Runa oder Point Nine in das Berliner Fintech ein. Auch die Commerzbank wurde über ihr VC-Vehikel Commerz Ventures Teil von Mambu. Die ersten europäischen Kunden fanden sich ab 2015 ein, darunter Fintech-Banken wie die finnische Ferratum oder die britische OakNorth. 2016 kaufte N26 zentrale Teile des Kernbankensystems von Mambu.

Im Sommer 2020 wurde bekannt, dass das Berliner Fintech künftig auch für die Check24-Bank C24 das komplette Kernbanken-System liefern soll. Mittlerweile bedient Mambu 170 Kunden in über 50 Ländern. Laut Branchenmedien wuchs Mambu in den letzten vier Jahren um jeweils über 100 Prozent. Bis 2022 soll die Zahl der Mitarbeiter von 500 auf 1.000 verdoppelt werden. Der Fokus liege jetzt auf Märkten wie Japan, den USA und Brasilien, heißt es aus der Geschäftsleitung.

MAMBU ERREICHT EINHORNSTATUS

Mambu startete erfolgreich ins Jahr 2021: In der jüngsten Finanzierungsrunde konnte das Fintech 110 Millionen Euro an frischem Geld einsammeln. Damit steigt die Bewertung des Unternehmens auf 1,7 Milliarden Euro – Mambu ist jetzt offiziell ein Einhorn, neben Branchenriesen wie N26 oder Deposit Solutions. Laut Branchenexperten war Mambus letzte Funding-Runde die Zweitgrößte in Deutschland in den vergangenen zwölf Monaten, nur die Kreditplattform Auxmoney konnte mehr Geld einsammeln (150 Millionen Euro).

Zu den Investoren zählt auch TCV, einer der weltweit größten Tech-Investoren aus dem Silicon Valley, sowie Tiger Global, Arena Holding, FT Partners sowie die bestehenden Investoren Bessemer Venture Partners, Runa Capital sowie Acton Capital. Zuvor hatte das Fintech im Sommer 2020 bereits 30 Millionen Euro an Investorengeldern erhalten.

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