Velvon Bank im Check

Neue Smartphone-Bank Velvon geht 2020 an den Start

Weitere Konkurrenz für N26 und Co. – mit Velvon will eine weitere Smartphone-Bank durchstarten. Die Banklizenz ist bei der deutschen Finanzaufsicht bereits beantragt.

Das ist Velvon

Quelle: facebook.com/velvonbank

Update 17.02.2020: Das Projekt Velvon wird in Deutschland nicht an den Start gehen! Nähere Informationen und Hintergründe finden Sie hier.

Ursprünglicher Artikel: Im zweiten Quartal 2020 soll es so weit sein: Dann startet mit Velvon eine weitere Smartphone-Bank. Dies bestätigte ein Sprecher gegenüber dem Handelsblatt. Die Bankenlizenz ist bei der Bafin bereits beantragt, eine Internetseite ist freigeschaltet. Mit dem Slogan „Anders denken. Anders banken.“, will Velvon klar machen, dass es „überraschend besser“ ist , als die Konkurrenz. Man darf also gespannt sein.

Klar ist, dass Velvon eine Smartphone-App anbieten wird, über die Kunden ihre Bankgeschäfte schnell und unkompliziert erledigen können. Dazu wird es ein Konto geben. Ob dieses kostenlos ist, ist noch nicht bekannt. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass auch Velvon wie andere Smartphone-Banken ein kostenloses Girokonto anbieten wird.

Velvon Banking-App-Konzept für Deutschland

Velvon wirbt auf der eigenen Internetseite mit Transparenz (keine versteckten Kosten, kein Fachchinesisch), Mut (Velvon will anders sein und sich immer weiterentwickeln) und Nahbarkeit (authentisch, immer für den Kunden da).

Zudem will Velvon den Finanzmarkt nach eigenen Aussagen verändern – erst in Deutschland, dann europaweit. In der Theorie hört sich das alles vielversprechend an. In wieweit sich Velvon aber von anderen Smartphone-Banken wie N26 absetzen kann, muss sich erst noch zeigen.

Fintech Velvon: Alles über PPF, die tschechische Air Bank und Home Credit Group

Velvon ist eine Schwester der tschechischen Air Bank, einer Onlinebank, die erst 2011 gegründet wurde und in Tschechien sogar Filialen betreibt. Die neue Velvon Bank ist ein Tochterunternehmen der tschechischen Home Credit Group. Die tschechische Air Bank gehört zum PPF-Konzern, zu dem auch die Home Credit Group, eine Immobilienfirma, ein Versicherer sowie Biotechunternehmen gehören.

Velvon wurde ursprünglich als Projekt „Air Bank Germany“ initiiert. Ähnlich wie in Tschechien wollte man auch in Deutschland mit einem innovativen Smartphone-Banking-Konzept die Bankenwelt aufmischen und auf Kundenfang gehen. Im Oktober 2019 wich man jedoch von der Strategie ab, die neue Smartphone-Bank als reinen „Air-Bank-Klon“ einzuführen. Man änderte den Projektnamen von „Air Bank Germany“ auf „Velvon“ (nicht zu verwechseln mit dem japanischen Unternehmen Velbon, das keine Banking-App ist, sondern ein Hersteller von fotografischem Zubehör, der sich auf Stative spezialisiert hat). Seitdem firmiert das Unternehmen als Velvon GmbH und möchte von München aus zuerst die deutsche, später die europäische Bankenlandschaft erobern.

Velvon-Background: Ein Milliardär an der Spitze von PPF

Mit den Mobile-Banking-Finanzinstituten Velvon bzw. Air Bank eng Verbunden ist der Name Petr Kellner. Er ist der reichste Mann Tschechiens und wird in der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt auf Platz 76 geführt. Sein Privatvermögen wird auf sechs Milliarden US-Dollar geschätzt.

Der Milliardär mit einem Doktortitel in Wirtschaftswissenschaften ist einer der Gründer der PPF Group. Heute besitzt Kellner einen Mehrheitsanteil von über 90 Prozent an PPF und leitet die strategische Weiterentwicklung dieser Unternehmensgruppe. Seit über 20 Jahren ist die PPF Group zu einer der größten Investitionsgruppen in Mittel- und Osteuropa gewachsen.

PPF ist in den Bereichen Finanzen, Telekommunikation, Immobilien, Ingenieurwesen, Biotechnologie, Einzelhandel, Medien und Unterhaltung tätig. Das nach der samtenen Revolution Anfang der 90er Jahre gegründete Unternehmen beschäftigt 160.000 Mitarbeiter, davon rund 15.000 in der Tschechischen Republik. Die PPF-Gruppe ist in Europa, Asien und den USA aktiv.

Zur PPF-Group gehören neben den Finanzunternehmen Home Credit und Air Bank, dem größten tschechischen Versicherungsunternehmen Česká pojišťovna auch Škoda Transportation und der Mobilfunknetzbetreiber O2 Czech Republic. Der letzte Coup des Milliardärs: Im Oktober 2019 erwarb die PPF die Mehrheitsbeteiligung am Fernsehkonsortium CME. Damit steigt Kellner auf zum Medien-Tycoon in Ostmitteleuropa. CME betreibt rund 30 werbefinanzierte Fernsehsender in Tschechien, der Slowakei, Bulgarien, Rumänien und Slowenien.

PPF hat seine Eigentümer- und Managementstruktur in den Niederlanden. Die wichtigste Holdinggesellschaft der Gruppe ist die PPF Group NV mit Sitz in Amsterdam.

Velvon-Chef Erich Čomor: Mann der ersten Stunde bei der Air Bank

Das deutsche Fintech-Unternehmen Velvon wird von Erich Čomor geleitet. Der Deutschlandchef von Velvon gehört zu den renommiertesten Jung-Managern der tschechischen Republik und begleitete bereits erfolgreich die Start-Up-Phase der Air Bank. Seine Karriere bei PPF begann Čomor bereits 2007 als Leiter der Home Credit Group für Tschechien und die Slowakei. Später zeichnete er sich verantwortlich für die Expansion und strategische Ausrichtung der Air Bank und Home Credit Group im Ausland.

Erich Čomor hat BWL in Prag studiert und seinen MBA an der Kellogg School of Management in den USA gemacht. Bereits in jungen Jahren sammelte er Erfahrungen bei der GE Money Bank und bei McKinsey.

Die Konkurrenz der Banking-App Velvon

Quelle: Screenshot velvon.com

Hauptkonkurrent aus Deutschland dürfte für Velvon das Berliner Startup N26 sein. Auch das britische Revolut zählt zu den stärksten Mitbewerbern. Zudem gibt es noch die niederländischen Smartphone-Banken Bunq und Moneyou, die gerade versuchen, auf dem europäischem Markt zu bestehen.

Weitere Konkurrenz kommt von den großen Finanzinstituten. Onlinebanken wie Consors, DKB oder ING bieten ebenso kostenlose Girokonten und eine entsprechende App an. Darüber hinaus können Kunden ihre Bankgeschäft aber auch vom PC aus steuern und erledigen. Zudem bieten Consors und Co. einen guten bis sehr guten Kundenservice per Telefon oder Mail. Ein Punkt, der bei den Smartphone-Banken oftmals noch nicht so reibungslos funktioniert.

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