Vivid Money: Der nächste N26-Konkurrent kommt aus Russland

Russisches Fintech Vivid Money startet auf deutschem Markt

Seit kurzem gibt es die Vivid Money App auch auf dem deutschen Markt. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus N26 und Revolut. Was Vivid Money anders macht als die Konkurrenz, erfahren Sie in unserem Anbieter-Check.

Über Vivid Money

Quelle: Vivid Money GmbH

Vivid Money ist ein junges Startup, das von Alexander Emeshev und Artem Yamanov gegründet wurde. Beide gehörten zuvor zum Management der russischen Digitalbank Tinkoff. Trotz Weggang dürfen Emeshev und Yamanov auf Unterstützung der Tinkoff Bank hoffen. Der Mutterkonzern, die TCS Group Holding, habe bereits in einer ersten Finanzierungsrunde um die 25 Millionen Euro zugesagt.

In Deutschland lässt sich Vivid Money in Berlin nieder. In den kommenden Monaten sollen weitere Standorte in drei europäischen Märkten folgen. „Unser Ziel ist es, innerhalb von einem Jahr in diesen Märkten insgesamt mehrere Hunderttausend Kunden zu gewinnen“, sagt Emeshev gegenüber dem Handelsblatt.

Eine eigene Banklizenz besitzt Vivid Money nicht. Für die Abwicklung der Bankengeschäfte kooperiert das Fintech mit der Solarisbank.

Vivid Money will der Konkurrenz Beine machen

Vivid Money verfolgt ambitionierte Pläne. Im ersten Jahr will das russische Startup mit seiner App 100.000 Neukunden in Deutschland erreicht haben. Dieselbe Zahl verkündete das Berliner Fintech N26 damals ein Jahr nach Marktstart.

Am Berliner Standort sollen bis Ende des Jahres zwischen 60 und 90 Mitarbeiter tätig sein. Beim Management hat sich das russische Startup bei der Konkurrenz bedient. Neben Christian Krabus von N26 verstärkt auch Danny De Gier, der früher für Commerzbank und Deutsche Bank gearbeitet hat, das Team.

Das Angebot von Vivid Money

Quelle: Vivid

Schaut man sich das Angebot von Vivid Money so an, lässt sich eine Mischung aus beliebten Produkten von N26 und Revolut erkennen. So bietet das russische Startup ein Girokonto mit kostenloser Visa-Debit-Karte sowie Spar- und Anlageprodukten an.

Bei den Konten gibt es zwei Modelle. Ähnlich wie bei N26 wird ein Gratiskonto angeboten („Vivid Standard“) sowie ein Premiumkonto für 9,90 Euro im Monat(„Vivid Prime“). Beim Gratiskonto sind monatliche Bargeldabhebungen bis 200 Euro kostenlos. Bei der Premium-Variante erhöht sich der Freibetrag auf 1.000 Euro. Nach Erreichen des Freibetrags berechnet Vivid Money 3 Prozent des Abhebebetrags, mindestens aber 1 Euro.

Zudem muss eine Gebühr gezahlt werden, wenn Sie weniger als 50 Euro Bargeld abheben. Das Pikante: Diese 50-Euro-Grenze sucht man im Konto-Angebot vergeblich. Dafür muss sich der Kunde durch das Preis-Leistungs-Verzeichnis wühlen.

Unbegrenzt viele Unterkonten eröffnen

Quelle: Vivid

Zudem können bei Vivid Money beliebig viele Unterkonten, sogenannte Pockets, eröffnet werden.  Diesen können eigene Währungen zugeordnet werden. Zudem erhält jedes Unterkonto  eine eigene Kontonummer. Per drag-and-drop können Kunden die virtuellen Vivid Money Visa-Karten zwischen den Pockets hin und her schieben. Bei Zahlungen wird das jeweils aktuelle Pocket belastet.

In den Fremdwährungsbedingungen heißt es zwar, dass die Konten nicht für Barabhebungen gedacht seien. Gegenüber Computer Bild bestätigte aber ein Vivid-Sprecher: "Unsere Fremdwährungs-Pockets sind sowohl für Zahlungen als auch Bargeldabhebungen verfügbar". Somit können Nutzer beispielsweise innerhalb des Euro-Haupt-Pockets Geld in US-Dollar tauschen. Bei einem Aufenthalt in den USA haben Sie so die Möglichkeit, an einem Geldautomaten Bargeld in Dollar abzuheben. Damit sparen Sie sich Gebühren, da das Geld aus dem US-Dollar-Pocket abgezogen wird.

Cashback-Programm als Alleinstellungsmerkmal

Um sich doch noch etwas von der Konkurrenz abzusetzen, hat Vivid Money ein Cashback-System eingeführt: Damit erhalten Nutzer auf Abos bei Streamingdiensten sowie bei Online-Einkäufen (unter anderem bei Rewe, Lieferando oder Thalia) bis zu zehn Prozent des Geldes als Cashback zurück. Vivid Prime Kunden erhalten zudem

  • bis zu 3 Prozent Cashback auf alle Zahlungen mit der Visa-Metallkarte
  • 3 Prozent auf alle Einkäufe in Restaurants und Cafés außerhalb Europas
  • 1 Prozent auf alle Einkäufe außerhalb Europas
  • 0.1 Prozent Cashback auf alle Einkäufe

Aber: Sowohl beim Standard- als auch beim Prime-Konto sind die Prämien auf 20 Euro im Monat begrenzt. Die gewonnene Prämie wird dann mit einem Aktienkurs gekoppelt. Dafür können Kunden eins von aktuell 40 Unternehmen als Referenzaktie auswählen, darunter Tesla, Apple, Zoom oder Mastercard. Das heißt: Der Cashback-Betrag steigt und fällt mit dem Aktienkurs. Unter das ursprüngliche Budget kann der Betrag aber nicht sinken. Aktien kaufen, tun Kunden mit dem „Stock Rewards“-Programm aber nicht.

Zudem hat Vivid Money angekündigt, demnächst auch provisionsfreie Aktien und ETFs anzubieten.

Angebot im Überblick

  • (kostenloses) Girokonto mit deutscher IBAN
  • Visa-Metallkarte zum Premium-Konto
  • virtuelle Visakarte (1 Euro beim Gratiskonto, eine kostenlos beim Premiumkonto)
  • Cashback-Programm, das an Aktien gekoppelt ist
  • kostenlose Überweisungen
  • unbegrenzte Anzahl an Unterkonten
  • kostenlose Bargeldabhebungen weltweit von bis zu 200 beziehungsweise 1.000 Euro
  • bis zu 107 Währungen in verschiedenen kostenlosen Pockets
  • provisionsfreie Aktien und ETFs (angekündigt)
  • Steuerung und Verwaltung über App
  • abgesichert mit bis zu 100.000 EUR im Rahmen des deutschen Einlagensicherungssystems (DGS)
  • mobil bezahlen mit Google Pay und demnächst auch Apple Pay
  • gebührenfreier Währungsumtausch zum aktuellen Wechselkurs

Weitere Informationen erhalten Sie direkt beim Anbieter.

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