Voice Banking: Was ist das?

Voice Banking in Deutschland: Okay, Alexa, bitte zahlen!

Per Sprachbefehl lassen sich künftig unsere Bankgeschäfte erledigen und Börseninformationen abfragen. Werden Bank-Überweisungen über digitale Sprachassistenten das nächste große Ding im Bereich des modernen Bankings?

Geldgeschäfte auf Zuruf über Alexa, Siri & Co.

Voice Banking: Ein weiterer Schritt in Richtung schnelles, unkompliziertes Banking.

Sprachassistenten wie Alexa, Googles Assistant, Apples Siri, Microsofts Cortana und Samsungs Bixby liegen derzeit voll im Trend. Sprachgesteuerte Systeme und Komponenten können nicht nur im Unterhaltungs-Alltag - also beispielsweise zum Abspielen von Musik oder zum Abrufen von Nachrichten - eingesetzt werden, sondern auch für Bankgeschäfte. Hierfür hat sich der Begriff „Voice Banking“ durchgesetzt. Werden Überweisungen und Depotabfragen über digitale Sprachassistenten der nächste große Trend im Bankgeschäft?

Voice Banking: Kein lästiges Einloggen oder Tippen mehr!

Nahezu jeder zweite Deutsche hat schon einmal einen Sprachassistenten genutzt, allerdings nur wenige davon für Voice Banking. Bankgeschäfte mit dem Sprachassistenten zu erledigen, ist jedoch längst keine Zukunftsvision mehr. Egal ob es um die Abfrage des Kontostandes geht, Überweisungen vorgenommen werden sollen oder man online bezahlen möchte: Dies alles klappt bequem per Sprachsteuerung und spart Zeit.

Es ist kein lästiges Einloggen oder Tippen mehr nötig. Überweisungen und andere Bankgeschäfte können auch nebenbei freihändig ausgeführt werden. Also beispielsweise einfach mal schnell während des Geschirrspülens oder abends auf dem Sofa den Kontostand abrufen, ohne sich dabei mühsam ins Online-Banking einloggen zu müssen!

Deutsche beim Voice Banking noch recht verhalten

In den USA ist das Voice Banking längst etabliert. Laut einer Studie von Mastercard kommunizieren zwei von drei US-Amerikanern bereits heute ganz selbstverständlich mit Online-Händlern oder Banken über einen Sprachassistenten. Hierzulande hinken wir in diesem Bereich noch deutlich hinterher. Die Deutschen zeigen sich in der Nutzung von Voice Banking noch recht verhalten.

Dies wird sich sicherlich bald ändern und das Banking per Sprachbefehl durchsetzen. Gerade aufgrund der rückläufigen Kundenzahlen und der fortschreitenden Schließung von Bankfilialen wird die Sprachsteuerung auch im Banking europäischer Kreditinstitute immer interessanter.

Beispiele für Voice Banking Sprachbefehle

Erst einmal zur Begriffsklärung: Was verstehen wir konkret unter „Voice Banking“? Ein Sprachassistent erhält bestimmte Anweisungen und teilt beispielsweise auf Aufforderung „Wie ist mein Kontostand?“ den Stand des Kontos mit. Andere Voice Banking Sprachbefehle sind unter anderem „Wie ist mein Depotstand?“, „Wie ist der Kurs von …?“, „Wie stehen meine Favoriten?“ (Börse) oder „Füge … zu meinen Favoriten hinzu.“

Große Hilfe bei körperlichen Einschränkungen

Der große Vorteil dabei: Voice Banking über die eigene Stimme ist einfach und komfortabel. Der Nutzer erspart sich das im Mobile Banking übliche Tippen oder Navigieren. Auch bei körperlichen Handicaps wie einer Lese- und Rechtschreibschwäche, beeinträchtigter Sehkraft oder anderen körperlichen Einschränkungen stellt Voice Banking eine große Hilfe dar.

Bank of America & Comdirect als Vorreiter im Voice Banking

Das erste Voice-Banking-Programm hatte die Bank of America entwickelt.Die Comdirect stellte als erste Bank in Deutschland die Option bereit, Überweisungen über den Sprachassistenten von Google auszuführen. Mittlerweile eifern deutsche Banken beim Voice Banking um die Wette. Auch die Sparkassen beteiligen sich am Banking über den Sprachassistenten und ermöglichen bereits seit Februar 2018 die Abfrage von Kontoständen, Kreditkartenumsätzen etc. über den Google Assistant.

Voice Banking wird inzwischen von diversen Kreditinstituten in den eigenen Banking-Apps angeboten. Nutzer können hier also direkt in der App den Kontostand abfragen oder Überweisungen ausführen. Weiterhin ist aus Sicherheitsgründen für den Zugang jeweils eine TAN erforderlich.

Skills & Actions

Egal ob man den Kontostand abfragen, Wertpapiere verkaufen, Geld überweisen oder einen neuen  Dauerauftrag einrichten möchte: All dies klappt über einfache Befehle, die bei Alexa auch als "Skills" bezeichnet werden. Auch ausgewählte Börsenkurse kann sich der Kunde auf Wunsch vorlesen lassen.

Obwohl Voice Bank derzeit voll im Trend liegt, kommt die Entwicklung von Skills für Amazons Alexa oder so genannter „Actions“ für den Google Assistant noch recht zögerlich voran.

Wie sicher ist Voice Banking?

Doch sind sprachgesteuerte Überweisungen oder Depotabfragen via Voice Banking auch sicher? Mechanismen  in der Banking-App stellen sicher, dass der Assistent nur auf die eigene Stimme reagiert und nicht auf andere Personen. Für Transaktionen ist zudem eine Voice-PIN Voraussetzung.

Selbstverständlich beim Voice Banking sollte außerdem sein, dass sich der Nutzer in einem sicheren WLAN befindet und auch beim Passwort Einfallsreichtum zeigt. Außerdem empfehlen wir, in gewissen Zeitabständen den eigenen Aktivitätsverlauf zu löschen und immer die neueste Version der App zu verwenden. Beim Voice Banking dürfen die Bankdaten natürlich nicht an Google & Co. weitergeleitet werden. Daher ist die Verbindung zum Bankserver verschlüsselt.

Voice Banking wird sich durchsetzen!

Voice Banking ist hierzulande auf dem Vormarsch, auch wenn die Banking-Sprachfunktionen im Ausland bislang erheblich mehr Akzeptanz finden als im deutschsprachigen Bereich. In Deutschland herrscht offenbar bei den Kunden noch erhöhte Skepsis in Bezug auf die Datensicherheit und es bestehen Befürchtungen, dass Apple, Google & Co. sensible Bankdaten auf die eigenen Server überträgt.

 

 

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